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Als die neue Demokratie laufen lernte - 1945 bis 1948

Dokument  |  1945 - 1948
Josef Lagier war 1945 auch Mitbegründer der Zentrumspartei
Josef Lagier war 1945 auch Mitbegründer der Zentrumspartei
Peter Kemmerich (CDU) ghörte zu den Männern der ersten Stunde
Peter Kemmerich (CDU) ghörte zu den Männern der ersten Stunde
Letzter Gemeinderat der Gemeinde Lohmar 1969 vor der kommunalen Neuordnung mit Bürgermeister Wilhelm Schultes (sitzend Mitte).
Letzter Gemeinderat der Gemeinde Lohmar 1969 vor der kommunalen Neuordnung mit Bürgermeister Wilhelm Schultes (sitzend Mitte).
Letzter Gmeinderat der Gemeinde Inger mit Bürgermeister Hermann Fielenbach (3. vl) 1969
Letzter Gmeinderat der Gemeinde Inger mit Bürgermeister Hermann Fielenbach (3. vl) 1969
Letzter Gemeinderat der Gemeinde Halberg mit Bürgermeister Willibald Jakobs (2. vr), 1969
Letzter Gemeinderat der Gemeinde Halberg mit Bürgermeister Willibald Jakobs (2. vr), 1969
Letzter Gemeinderat der Gemeinde Breidt mit Bürgermeister Franz-Josef Wacker (2. vl), 1969
Letzter Gemeinderat der Gemeinde Breidt mit Bürgermeister Franz-Josef Wacker (2. vl), 1969

Am 10. April 1945 wurde nach wochenlangem Artilleriebeschuss und Bombenangriffen die Kreisstadt Siegburg nach heftigen Straßenkämpfen von den amerikanischen Streitkräften eingenommen und am gleichen Tag auch Lohmar militärisch besetzt. Die Bevölkerung litt Not. Die Kommunalverwaltungen waren zusammengebrochen. Riesengroß waren die Schwierigkeiten auf allen Gebieten des täglichen Lebens. Die amerikanische Führung erkannte, dass schnellsten eine provisorische Verwaltung eingerichtet werden musste.

In Lohmar wurde als politisch unbelasteter Fachmann Josef Lagier aus Heppenberg mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Amtsbürgermeister betraut. In Personalunion sollte er gleichzeitig die Gemeinde Wahlscheid mitverwalten. Nach zwei Monaten wurde er von Richard Schmidt abgelöst. Es wurde den Amts- und Gemeindeverwaltungen erlaubt, Beratende Ausschüsse mit höchstens zehn Personen einzurichten. Die erste Sitzung des Ausschusses fand am 12. Oktober 1945 statt. Um die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger an den örtlichen Verwaltungen über die Beratenden Ausschüsse hinaus zu erweitern, erließ die britische Militärregierung im November 1945 Richtlinien für die kommunale Selbstverwaltung. Statt der beratenden Ausschüsse sollten jetzt Gemeindevertretungen vorgeschlagen und von der Militärregierung eingesetzt werden. Der Gemeindevertretung gehörte neben dem Bürgermeister zwölf Mitglieder an. Zum Amtsbürgermeister wurde am 29. April 1946 Ferdinand Hein (zugleich Gemeindebürgermeister von Scheiderhöhe) gewählt. Der bisherige Bürgermeister Richard Schmidt wurde im Juni 1946 zum Amtsdirektor gewählt. Die Aufgaben von Verwaltung und politischem Bürgermeister waren zuvor getrennt worden. Die Verwaltung sollte von einem hauptamtlichen Gemeinde- bzw. Amtsdirektor geleitet werden - dieses System der kommunalen Doppelspitze wurde 1999 abgeschafft und die Direktwahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters durch die Bürgerschaft eingeführt -.  Zwei Jahre nach der ersten freien Kommunalwahl 1946 wurde 1948 wieder gewählt. Die großen Gewinner der Wahl waren die CDU und das Zentrum. Unter den berufenen Politikern befand sich keine Frau. Die Nachkriegspolitik war reine Männersache.

In einem Beitrag für die Lohmarer Heimatblätter 2008, beschreibt Hans Warning Umstände, politische Parteien und Personen, die den materiellen und geistigen Aufbau des Heimatortes zwischen 1945 und 1948 einleiteten, siehe Dokument.

 

Information

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Quellenangabe

Lohmarer Heimatblätter Nr. 21 S. 15 - 29

Autor(en)

Hans Warning
Zuletzt angesehen:03.10.2022, 16:04
Bisher angesehen:305 mal

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Zugehörige Dokumente

Zugehörige Bilder

vlnr: Hubert Rautenberg, Heide – CWG (Christliche Wählergemeinschaft); Karl Weiler jun., Algert – CDU; Wolfgang Beyer, Algert  - CDU; Willi Bolz, Heide – CDU; Heinrich Otto, Heide – CDU; Willi Söntgerath, Heide – CWG; Hermann Fielenbach, Birk – CDU; Hermann Otzipka, Heide – CDU; Heinrich Schwamborn, Heide – CWG; Josef Bay, Inger – SPD.
Auf dem Foto fehlen Willi Orth – CDU, Herbert Fuhrmann – SPD und Peter Krohm - CWG.
Gemeinderat der Gemeinde Inger 1969
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