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Die Bäckerei Wingen

Foto  |  1958

Auf dem Foto von etwa 1958 ist rechts die Bäckerei Wingen zu sehen. Daneben ist das Haus Küpper (heute Wimmeroth), in dem Matthias Küpper eine Schumacherwerkstatt hatte, dahinter das „kleine“ Fachwerkhaus Kemmerich, dem das Haus Urbach folgt. Der Bierkastenträger vorne links ist Hans Josef Höndgesberg.
Die älteste bekannte Bäckerei in Lohmar war in dem Fachwerkaus des Heinrich Kemmerich am Auelsweg, Ecke Hauptstraße/Auelsweg (heute Hauptstraße 102), das heute noch vorhanden ist. Es gehörte vorher den Eheleuten Sinn/Fink, die es etwa 1880 an den Schumacher Peter Josef Knipp verpachteten, der darin eine Gastwirtschaft betrieb. Um 1890, als Peter Josef Knipp das „Hotel zur Linde“ baute, übernahm sein Bruder Wilhelm Knipp (gest. am 31.3.1902 mit 60 Jahren) das Pachtverhältnis und richtete dort mit seiner Ehefrau Gertrud geb. Schmitz die erste bekannte Lohmarer Bäckerei ein. Aber noch vor 1900 verlegte er den Betrieb in das auf dem Foto abgebildete Haus, das dort stand, wo heute das Sportgeschäft Halpaus ist, Hauptstraße 76. Nach seinem Tod führte sein Sohn Johann („de Knepps Hännes“) mit seiner Ehefrau Maria geb. Schätzer die Bäckerei weiter. Als Johann Knipp am 14.6.1951 mit 74 Jahren verstarb, pachtete Josef Wingen aus Feienberg bei Scheiderhöhe von der Witwe Knipp die Bäckerei, bis er schräg gegenüber auf der Hauptstraße 99 Mitte der 1960er Jahre seine eigene Bäckerei mit einem Café baute.
Johann Knipp hatte in seiner Bäckerei einen sogenannte „Königswinterer Ofen“, etwas ganz Besonderes unter den Backöfen. Nahe Königswinter baute man unter Tage Tuffstein (aus vulkanischer Asche entstanden) mit besonders guten Eigenschaften ab. Wegen der besonderen Festigkeit konnte man aus ihm Natursteinöfen mit größeren Einzelsteinen bauen, z.B. Herdfl ächen aus nur zwei Einzelplatten, was bei gewerblicher Nutzung die Reinigung erheblich vereinfachte. So waren diese Öfen aus den Steinen der unterirdischen „Ofenkaulen“ des Vulkan Siebengebirges zwischen Ittenbach und dem Wintermühlenhof am Fuß des Petersberges weit über unsere Region hinaus bekannt und geschätzt. In den riesigen Steinbruchhöhlen waren während des letzten Krieges geheime Rüstungswerkstätten, Waffen und Munitionslager untergebracht. (Quelle: E. Scheurer, in Rheinische Heimatpfl ege, Köln, 30. Jg., Heft 3, 1993) A

Information

Quellenangabe

Lohmar in alten Zeiten Bd. 1, S. 190

Autor(en)

Hans Dieter Heimig
Zuletzt angesehen:08.12.2022, 00:37
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