Gewusst wo – eine Ritterskulptur am Hausgiebel
Im Heft 17/2003 der Lohmarer Heimatblätter wurde das Bild eines Ritters, der lebensgroß mit Helm, Harnisch, Schwert und Schild hoch am Giebel eines stolzen Lohmarer Hauses prangte, veröffentlicht und nach dem Namen des Bauwerks gefragt. Spaßvögel nannten den Ritter Gerhard von Lohmar, der nach dem Schriftgut 1468 wegen Straßenraubs zum Tode verurteilt wurde. Das Rätsel wurde in der nächsten Ausgabe der Lohmarer Heimatblätter aufgelöst. Das gesuchte Gebäude ist die Burg Lohmar. Das Ritterbildnis stammt nicht, wie viele glaubten, aus der grauen Vorzeit der Burg, sondern wurde 1938 als Schildbürgerstreich von dem Fabrikanten Peter Kümpel und seinem Freund und Stukkateur Bernhard Müller mit Stuckmörtel auf den Giebel aufgebracht. Um die braunen Machthaber zu verhöhnen, wurde am Hals des Ritters das Hakenkreuz als Rune der Nazis verfälscht. Nach Kriegsende ließen einige übereifrige Antifaschisten das Hakenkreuz wegmeißeln. Das Ritterbildnis ist auch im Jahr 2026 noch gut erkennbar.
Information
Quellenangabe
Lohmarer Heimatblätter Heft 17, s. 124 und 18, S. 46
Fotoarchiv Röger
Autor(en)
Johannes Heinrich Kliesen| Zuletzt angesehen: | 14.02.2026, 16:26 |
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Querverweise
Zugehörige Dokumente
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2008
Mit diesem Artikel wird die Geschichte der ehemaligen Wasserburg beschrieben, die ihm 14. Jahrhundert errichtet wurde und heute in Teilen immer noch erhalten ist. Beleuchtet wird ferner das Adelsgeschlecht „von Reven“, dass die Burg 200 Jahre... Mit diesem Artikel wird die Geschichte der ehemaligen Wasserburg beschrieben, die ihm 14. Jahrhundert errichtet wurde und heute in Teilen immer noch erhalten ist. Beleuchtet wird ferner das Adelsgeschlecht „von Reven“, dass die Burg 200 Jahre bewohnte. |
Zugehörige Bilder
Die Luftaufnahme vom Anfang der 1950er Jahre zeigt die Burganlage mit Vorburg und Haupthaus bevor sie etwa 1955 ohne Genehmigung mit dem hässlichen Schwemmsteinanbau erweitert wurde. Die Aggerwiesen sind noch mit Obstbäumen bepflanzt und nördlich ist noch das kleine Fichtenwäldchen, das sogenannte „Schultes Böschelche“ mit dem „Kradepol“ zu sehen. Zu dieser Zeit war die rechte Seite von der Familie Heinrich Wasser und die linke Seite von der Familie Heinrich Schultes bewohnt.
Die Fotografie, von dem noch nicht befestigten Weg zur Aggerbrücke herunter, aus den 1920er Jahren zeigt die Südostansicht des zweigeschossigen Burghauses, um 1350 gebaut und grundlegend in den Jahren 1573-1583 umgebaut, mit einem seitlichen Anschnitt der Vorburg (1717) und dem trockengefallenen Wassergraben. Der Graben rechts von der Zufahrt zur Burg ist zugeschüttet. Über die abwechslungsreiche Geschichte der Burg Lohmar ist schon viel berichtet worden, zuletzt von Heinrich Hennekeuser in den Lohmarer Heimatblättern, Heft 22, Nov. 2008, Seiten 19-36. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist das Burghaus, im Wege der Erbauseinandersetzung geteilt worden. Johann Altenhofen übernahm den Burgbesitz als alleiniger Besitzer. 1875 wurde der Besitz geteilt. Die linke Hälfte der Burg blieb bei den Altenhofens und der rechte Burgteil wurde von der Familie Biesenbach erworben. Von diesen beiden Familien bzw. deren Nachkommen ging die Burg an die heutigen Besitzer über, die Landwirte Schultes und Wasser. Heinrich Wassers Tochter heiratete den Landwirt Joseph Braschoß, die Eheleute bewohnten den rechten Teil und bewirtschafteten diesen als landwirtschaftlichen Betrieb. Die älteste Tochter Pauline Altenhofen heiratete Wilhelm Schultes, die später den linken Teil an ihren Sohn Karl vermachten und dieser den Betrieb landwirtschaftlich nutzte.
Im Hintergrund sind die beiden Fachwerkgebäude zum einen die Fähre, die Peter Kümpel 1914 von einer Familie Schultheiß erwarb und zunächst eine Tischlerei in der vorhandenen Scheune betrieb und 1919 das Fährhaus Haus Nr. 6 zur Gast- und Schankwirtschaft umbaute. Diese wurde aber vornehmlich von seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Koch betrieben. Die Erlaubnis erhielt er im gleichen Jahr am 2.12.1919. Bis zum Bau der eisernen Brücke 1899 wurde der Verkehr zwischen Lohmar und Altenrath mit einer Fähre durchgeführt.
Das mittlere Fachwerkhaus ist neueren Datums (nach 1900), da es weder in der Urflurkarte von 1823 noch in der Gemarkungskarte des Siegkreises von 1900 vermerkt ist. Mieter waren u.a. die Familien Jackes und Robert Linden.













