Lohmar von Südosten um 1930
Das Bild der 1930er-Jahre von der östlichen Peripherie Lohmars mit Blick vom Hardter „Hennefer Törchen“ zeigt, dass der Anteil des Acker- und Grünlandes in Lohmar groß war. Erst in der Nachkriegszeit, etwa Mitte der 1950er-/ Anfang der 1960er-Jahre, wurde das offene Landschaftsbild im Vordergrund zu sehen, verdichtet und bebaut. Aus den Feld-, Wiesen- und Fußwegen parallel zum unteren Bildrand wurden die Straßenzüge „Im Korresgarten, Christianstraße und Auf der Hardt“, senkrecht dazu am rechten Bildrand die Hermann-Löns-Straße und links der Feldpfad der zum Talweg führt und der am Dreieck Waldweg/Bachstraße in den Waldweg einmündete.
In der Bildmitte sind Fachwerkhäuser eines Teils der Bachstraße, des ehemaligen Waldwegs (heute Humperdinckstraße) mit Abzweig zum späteren „Grünen Weg“ zu erkennen, von links nach rechts gesehen: Das giebelständige Haus Wolters, der Doppelgiebel des Hauses von Joseph Heuser, „de Hüsers Bepp“, das Haus von Mahlbergs, Ecke Waldweg/Bachstraße, Lehrs zweistöckiges Fachwerkhaus mit Mansardedach, Ecke Steinhöfer Weg/Bachstraße, die giebelständige Scheune und die vordere Traufe des Wohnhauses von Jacob Gerhards, van der Viefens Fachwerkhaus, das Wohnhaus Schüller, ehem. Schlosserei von Wilhelm Pape ju., Haus Paul Krautheuser, der Vorgängerbau von Erich Krautheuser, Dunkels Haus, Ecke Grüner Weg, (heute Eva und Sohn Bernd Palm), etwas versetzt dahinter an der Bachstraße die beiden Nebengebäude der „Villa Friedlinde“, rechts das Fachwerkhaus ist das heutige „HGV-Haus“, dahinter ein weitres verputztes, weiß gestrichenes Nebengebäude der Villa Baumann (heute Villa Friedlinde), das Anfang der 70er Jahre abgerissen wurde, und links davon der Guttenhof mit Abzweig zum Eisenmarkt im „Saujässje“, rechts davon die Villa Baumann mit Einfriedungsmauer parallel zum noch offen fließenden Auelsbach.
Die größeren Gebäude der Hauptstraße von links: die Einmündung der heutigen Gartenstraße in die Hauptstraße, das Haus von Joseph Becker, schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite das Lebensmittelgeschäft von Theodor Kemmerich (später von Wilhelm Urbach), gegenüber Hauptstraße 91, rechts die Einmündung in den heutigen Steinhöfer Weg, das Haus von Metzger Peter Krumm, daneben das heutige Tapeten- und Farbengeschäft Zimmermann, rechts davon zurückliegend die Villa Therese, das ehemalige Haus Waldesruh auf der anderen Straßenseite und mit dem Giebel gerade an den Tannen herausschauend die Gastwirtschaft zur Linde. Im Hintergrund der Bachhof, die Burg Lohmar mit Vorburg und Haupthaus, die Kath. Kirche sowie der Lohmarberg, der Ziegenberg mit Forstweg zur Kuppe und rechts davon der Scherfeberg. Dazwischen, oberhalb der Talmulde des Witzenbachs, kann man ganz schwach den Kirchturm und den Ort Altenrath erkennen.
Information
Quellenangabe
Lohmar in alten Zeiten Bd. 3, S. 59
Autor(en)
Lothar Faßbender| Zuletzt angesehen: | 13.02.2026, 18:08 |
| Bisher angesehen: | 1040 mal |
Querverweise
Zugehörige Bilder
Am 6.3.1891 hat die Gemeinde Lohmar dem aus Köln stammenden Johann Josef Niessen die Parzelle Flur III, 647/0320 mit dem Wegekreuz und der Dorflinde verkauft, um sich hier eine Villa zu bauen.Das war die erste Villa in Lohmar. Niessen hatte dabei die Verpflichtung übernommen sowohl die Linde wie auch das darunter stehende Kreuz zu hegen und zu pflegen. Doch leider schon „im Mai 1892 starb Johann Josef Niessen in Rom, wohin er zur Kräftigung seiner Gesundheit gereist war. Ihm hat Lohmar sehr viel zu verdanken. Er starb viel zu früh, denn mit ihm schied der größte Wohltäter Lohmars aus dem Leben. Mit welcher Liebe er an Lohmar hing, ist daraus zu sehen, dass er nur in Lohmar beerdigt sein wollte. Er liegt auch auf dem Kirchenfriedhof begraben“ (Ludwig Polstorff, Chronik der Landbürgermeisterei Lohmar, Seite 23 f).
1906 war die Villa schon an eine Familie Esser aus Köln verkauft und hieß „Villa Esser“. Von dieser Familie übernahm Paul Bartz, der mit Elsa Erpenbach verheiratet war, die Villa. Er starb mit 62 Jahren am 3.7.1935. Seine verwitwete Ehefrau Elsa heiratete in 2. Ehe am 25.4.1939 in Lohmar Hubert Baumann. Die Baumanns betrieben in Köln-Mühlheim eine Kaffeerösterei „Rheinstolz“ und einen Lebensmittelgroßhandel „Baumann und Hasler“. Hier in Lohmar hatten sie in einem Nebengebäude der Villa Baumann (wie sie jetzt hieß) ein Zwischenlager. Ab Ende der 1950er Jahre wurde die Villa von den Baumannerben (Iris-Lacke in Eitorf) vermietet – zuletzt an den Botschafter der Republik Libanon – bis 1972 die Gemeinde Lohmar das Anwesen kaufte.
Auf dem Foto aus den 1930er Jahren ist das imposante Gebäude im Park der Villa Friedlinde – wie sie heute heißt.


