Weißer Sonntag Anfang des 20. Jahrhunderts
Der erste Sonntag nach Ostern, der Weiße Sonntag, wird erstmals im 17. Jahrhundert als Datum für die Erstkommunion erwähnt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es bischöfliche Anweisungen, diesen Termin zu wählen.
Ein frühkirchlicher Brauch war es, kleinen Kindern schon direkt nach der Taufe ein paar Tropfen Wein zu geben. Damit hatten sie auch an der Eucharistie teilgenommen. Nach 1200 wurde das Alter nach und nach heraufgesetzt, bis viele Kinder im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren erstmals zur Kommunion gingen. 1910 setzte Papst Pius X. das Alter für Erstkommunion und Erstbeichte auf etwa sieben Jahre herab. In Deutschland gehen die meisten Kinder im dritten Schuljahr, also im Alter von etwa neun Jahren zur Erstkommunion. Wer später erst getauft wird, geht dabei in der Regel auch direkt zur Erstkommunion. Katholiken dürfen dann erstmals die gewandelte Hostie empfangen. Nach katholischer Auffassung ist Jesus nach der Wandlung real in den Zeichen von Brot und Wein präsent. Das Sakrament der Eucharistie geht nach kirchlicher Lehre auf Jesus zurück, der beim letzten Abendmahl am Gründonnerstag den Jüngern Brot und Wein reichte und die Worte sprach „Das ist mein Leib“ und „Das ist mein Blut“.
Der Name „Weißer Sonntag“ leitet sich von den weißen Gewändern ab, die die Neugetauften in der Frühzeit des Christentums trugen. Sie sollten ein sichtbares Zeichen sein für die Reinigung durch das Taufwasser. Klassischer Tauftermin war Ostern. Ab dem siebten Jahrhundert trugen die erwachsenen Täuflinge die weißen Kleider die gesamte „Weiße Woche“ hindurch bis zum Weißen Sonntag. Bei der Erstkommunion sind heute dunkle Anzüge für die Jungen und weiße Kleider für die Mädchen verbreitet. Noch bis in die 1920er Jahre war es in Lohmar üblich, dass die Mädchen schwarze Kleider trugen, lediglich die Blumenkränzchen waren weiß.
Viele katholische Kirchengemeinden feiern heute die Erstkommunion nicht mehr am Weißen Sonntag, häufig aus organisatorischen Gründen. Für 2021 hat die Katholische Kirche St. Johannes in Lohmar aufgrund der andauernden Einschränkungen durch die Corona Pandemie die Kommunionfeiern in den Juni verlegt.
Information
Quellenangabe
Lohmar in alten Zeiten Bd. 2, 2012
Lohmar in alten Zeiten Bd. 3, 2016
www.kirche-und-leben.de
Autor(en)
Hans Dieter Heimig, Wolfgang Röger| Zuletzt angesehen: | 15.12.2025, 12:40 |
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Querverweise
Zugehörige Bilder
Auf dem Foto werden gerade die Kommunionkinder nach der Festmesse mit einer Prozession am Fronhof vorbei zur Schule geleitet. Zu dieser Zeit war die Brückenstraße noch nicht gebaut. Als Geistliche sieht man hinter der Fahne links Pastor Busch und rechts Kaplan Hoppe. Die Dame im schwarzen Mantel bei den Mädchen der Kommunionkinder müßte Fräulein Wingensiefen sein und der Herr mit Zylinder bei den Jungen Lehrer Karl Schmidt. Das Besondere an diesem Foto ist der Herr im dunklen (als Farbfoto wäre das rot) Mantel mit Stab. Das ist der Kirchenschweizer. Bisher ist kein weiteres Foto bekannt, auf dem der Lohmarer Kirchenschweizer zu sehen ist. Ein Kirchenschweizer ist der Aufseher und Ordner bei kirchlichen Veranstaltungen, er war auch für das Kollektieren in der hl. Messe zuständig. In Lohmar war das zu dieser Zeit bis zu seinem Tod 1943 Karl Nüchel. Er wohnte mit seiner Ehefrau Maria in der Paterrewohnung der Kaplanei (heute Lidl-Parkplatz) und versah für 10,- RM monatlich, also fast ehrenamtlich, diesen Dienst in der Kirche. Nach dem Tod von Karl Nüchel war in der Pfarrkirche Lohmar kein Kirchenschweizer mehr tätig.
Auf diesem Foto sind die Kommunionkinder von 1937 mit Pfarrer Bernhard Busch in Lohmar vor der Pastorat zu sehen:
1. Diethelm Schmitz, 2. Rösgen Pauli, 3. ? Berg, 4. Peter Mosbach (Gut Jabach), 5. Hermann Josef Hosp aus Donrath-Broich?, 6. Resi Pape, verh. Katterfeld, 7. Peter? Küpper (Ellhausen), Pastor Bernhard Busch, 9. Friedrich Ramme, 10. Christel Steimel, 11. Magdalene Weingarten, 12. Betty? Rottländer, 13. Elfriede Schug, verh. Schwarz, 14. Apollonia (Loni) Keuler, 15. Anneliese Mosbach (Gut Jabach), 16. Margarethe Kreuzer, verh. Kreuzer (Donrath), 17. Willibald Jacobs (Donrath), 18. Friedel Braschoß, 19. Richard Ramme (Kirchstraße), 20. Paul Klein, 21. Reiner Schug, 22. Hans Eich, 23. Willi Urbach, 24. Willi Arnold, 25. Hermann Josef Hosp (Broich/Donrath), 26. Erwin Henseler, 27. Willi Schneider, 28. Hans Höndgesberg, 29. Gertrud Klug, verh. Körner, 30. Maria Ennenbach, 31. Maria Becker, 32. Hildegard Hein, 33. Elisabeth Baum, verh. Meldau, 34. Alwine Höndgesberg, verh. Ennenbach, 35. u. 36. Anneliese oder Agnes Deurer, 37. Kätti Schüller und 38. Liesel Gries.











