Die Burg Lohmar
Mit diesem Artikel wird die Geschichte der ehemaligen Wasserburg beschrieben, die ihm 14. Jahrhundert errichtet wurde und heute in Teilen immer noch erhalten ist. Beleuchtet wird ferner das Adelsgeschlecht „von Reven“, dass die Burg 200 Jahre bewohnte.
Information
Dokument
Quellenangabe
LHBl 22 S. 019 – 036
Autor(en)
Heinrich Hennekeuser| Zuletzt angesehen: | 14.03.2026, 18:49 |
| Bisher angesehen: | 1854 mal |
Querverweise
Zugehörige Dokumente
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2008
Das Dokument enthält zwei Sagen, die sich um die Burg Lohmar ranken. Sie sind zusammengetragen von Hans Dieter Heimig (Jahrgang 1942) und dem 1991 verstorbenen Bernhard Walterscheid Müller (Jahrgang 1918). Die wunderbaren Illustrationen stammen von... Das Dokument enthält zwei Sagen, die sich um die Burg Lohmar ranken. Sie sind zusammengetragen von Hans Dieter Heimig (Jahrgang 1942) und dem 1991 verstorbenen Bernhard Walterscheid Müller (Jahrgang 1918). Die wunderbaren Illustrationen stammen von Raimund Schüller (1950 - 2018). Sagen sind von Menschen überlieferte Berichte, die an bestimmte Ereignisse oder Tatsachen anknüpfen. Sie spiegeln die Vorstellungswelt der Vorfahren wieder und ihre Einstellung zum Leben. Die Sage "Alte Burg zu Lohmar" geht zurück auf Will Friedland (Siegburger Kreisblatt, 69.Jahrgang, Nr.198), der Lohmar in seiner Einleitung beschreibt: "Und kommst du über einen der Bergpfade her, so mutet sich das Dörfchen drunten im Tale an, wie ein Baum- und Blütenwerk gezaubertes, wunderliches Häusergenist, dessen Giebel verstohlen über den Baumgipfeln hervorlugen. Der Kirchturm nur gibt mächtiger und lauter von seinem Dasein Kunde". Bei der Überlieferung der zweiten Sage "De ongeerdesche Jäng en Luhme" haben viele alte Lohmarer mitgewirkt. Die Erzählungen sind vom Autor Bernhard Walterscheid-Müller zusammengefasst und auch ins Hochdeutsche übersetzt worden. Johannes Heinrich Kliesen ist 2004 der Frage nachgegangen, was dran ist an der Fama vom unterirdischen Geheimgang von der Burg aus bis zum Chor der katholischen Kirche, ob die zugemauerten Rundbögen der Burg zu einem Geheimgang führten. Sein Bericht ist in der Bilderreihe enthalten. |
Zugehörige Bilder
Die Fotografie, von dem noch nicht befestigten Weg zur Aggerbrücke herunter, aus den 1920er Jahren zeigt die Südostansicht des zweigeschossigen Burghauses, um 1350 gebaut und grundlegend in den Jahren 1573-1583 umgebaut, mit einem seitlichen Anschnitt der Vorburg (1717) und dem trockengefallenen Wassergraben. Der Graben rechts von der Zufahrt zur Burg ist zugeschüttet. Über die abwechslungsreiche Geschichte der Burg Lohmar ist schon viel berichtet worden, zuletzt von Heinrich Hennekeuser in den Lohmarer Heimatblättern, Heft 22, Nov. 2008, Seiten 19-36. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist das Burghaus, im Wege der Erbauseinandersetzung geteilt worden. Johann Altenhofen übernahm den Burgbesitz als alleiniger Besitzer. 1875 wurde der Besitz geteilt. Die linke Hälfte der Burg blieb bei den Altenhofens und der rechte Burgteil wurde von der Familie Biesenbach erworben. Von diesen beiden Familien bzw. deren Nachkommen ging die Burg an die heutigen Besitzer über, die Landwirte Schultes und Wasser. Heinrich Wassers Tochter heiratete den Landwirt Joseph Braschoß, die Eheleute bewohnten den rechten Teil und bewirtschafteten diesen als landwirtschaftlichen Betrieb. Die älteste Tochter Pauline Altenhofen heiratete Wilhelm Schultes, die später den linken Teil an ihren Sohn Karl vermachten und dieser den Betrieb landwirtschaftlich nutzte.
Im Hintergrund sind die beiden Fachwerkgebäude zum einen die Fähre, die Peter Kümpel 1914 von einer Familie Schultheiß erwarb und zunächst eine Tischlerei in der vorhandenen Scheune betrieb und 1919 das Fährhaus Haus Nr. 6 zur Gast- und Schankwirtschaft umbaute. Diese wurde aber vornehmlich von seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Koch betrieben. Die Erlaubnis erhielt er im gleichen Jahr am 2.12.1919. Bis zum Bau der eisernen Brücke 1899 wurde der Verkehr zwischen Lohmar und Altenrath mit einer Fähre durchgeführt.
Das mittlere Fachwerkhaus ist neueren Datums (nach 1900), da es weder in der Urflurkarte von 1823 noch in der Gemarkungskarte des Siegkreises von 1900 vermerkt ist. Mieter waren u.a. die Familien Jackes und Robert Linden.
Die Dreiflügelanlage der Vorburg aus Fachwerkgefüge öffnet sich zum Osten hin durch ein rundbogiges Hausteintor in Richtung Kirchdorf. Früher war die Burg durch diese Hofausfahrt mit dem Kirchdorf und dem Unter- und Oberdorf verbunden, wurde dann 1937 durch den Bau der Bundesautobahn Köln Frankfurt brutal vom restlichen Dorf abgeschnitten. Der Schlussstein des Bogens ist inschriftlich mit 1717 datiert und mit dem Ehewappen der Familie von Groote und zum Bach versehen. Diese Datierung der Um- bzw. Anbauphase der Burg Lohmar lässt sich mit dem Fällungsdatum eines Sparrens und eines Ständers aus dem Innengiebel des Stalltraktes dendrochronologisch nachweisen (Universität zu Köln 1991/92). Seitlich eingemauert, auf dem Bild nicht sichtbar, sind zwei ältere Renaissancewappen aus der Zeit um 1600, diejenigen des Caspar von der Reven zu Lohmar und seiner Gattin Maria von Blankart. (Lohmarer Heimatblätter, H. Hennekeuser, 2008, S.19ff.)
Der Bachhof liegt etwas versteckt an der Brückenstraße am Fuß der Böschung der Autobahnbrücke in der Nähe der Burg.
Bis 2025 wurde um die Ursprünge des Gutes Bachhof gerätselt. Die Heimatforscher Hans Dieter Heimig und Klaus A. Schneider haben die offenen Fragen geklärt und berichten in den Lohmarer Heimatblättern 2025, wie der Hof durch Vererbung und Verpfändung durch die Hände verschiedener Adelsfamilien ging. Für den Bachhof wurden verschiedene Namen benutzt. In der ältesten Urkunde von 1432 wird er als „Gut Lohmar“ bezeichnet, 1550 als „Hof Lohmar“, 1666 als „Leyenhof“ und später taucht im Waldbuch der Name „Bachhof“ auf. Laut einer Erbteilungsurkunde von 1576 gehörte der „Hoff zu Lohmar“ bis 1406 Heinrich von Lohmar. Aus der adligen Familie, der Lohmar den Namen gab, sind zwei Ritter bekannt: Ritter Johann von Lohmar und sein Bruder Godart, der sich später von Longenburg nannte. Lange Zeit wurde spekuliert, wo der Sitz der adligen Familie „von Lohmar“ war, ob es sich um den Bachhof, den Vogtshof in der Bachstraße oder das Sattelgut am Eisenmarkt handelte. 1672 erwarben die Coesfelds die Burg Lohmar und zwischen 1672 und 1739 auch den Bachhof. Nach weiteren Erbfolgen wurde 1767 das Haupthaus abgerissen und 1789 in der jetzigen Form wieder aufgebaut. 1805 erwarb der erste Lohmarer Bürgermeister Franz Bernhard Andreas Freiherr von Gumpertz von Güsten die Burg und den Bachhof. Über den Autobahnbau 1935/36 kam der Hof in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland. Heute ist er wieder in Privatbesitz und dient als Wohnhaus.
Im Erbteilungsbuch von 1576 sind 79 Gebäude und Grundstücke aufgeführt mit insgesamt über 122 Morgen und 1 Viertel an Land und Wald, die zum Hof gehörten. Außerdem werden die Gebäude des eigentlichen Hofes, der ca. 3 Morgen und 1 ½ Morgen Gartenland umfasst, beschrieben. Mit diesen Angaben lässt sich mit Hilfe der KI eine ungefähre Vorstellung entwickeln, wie der Bachhof 1576 ausgesehen haben könnte.






