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Oberschönrath Ortsteil

Schönrath

bei Muchensiefen, in einer Mulde zwischen dem Gammersbach und der von Münchenberg nach Honrath verlaufenden Straße gelegen. Fahren wir von Muchensiefen hinab ins Tal des Gammersbaches und dann wieder bergauf, so finden wir rechts dieser Verbindungsstraße, kurz bevor diese auf die o.g. Straße nach Honrath mündet, Schönrath. Der Hof besteht heute aus der sog. Vorburg (Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude), während die Hauptburg nur noch eine Ruine darstellt.

Das Beiwort „Schön“ ist wohl zweifellos mit dem nhd. schön gleichzusetzen. In seiner Bedeutung für Schönrath könnte es auf eine besonders „gründlich und sauber gerodete Siedlung“ hinweisen.

Nach dieser Siedlung ist das Geschlecht derer von Schönroide benannt, das wohl seinen Ursprung mit denen von Bernsau bei Overath hat. Als erster dieses Namens wird Henrich von Schönroide genannt, der 1218 mit dem Graten von Berg vor Damiette lag. Es ist durchaus möglich, daß der um 1280 im Verzeichnis der Geldeinkünfte des Klosters Siegburg zu Overath und Umgebung genannte Th. de Sconenrode de Breyscheit119 ein Sproß dieses Geschlechtes ist. Eine ähnliche Schreibweise aus dem 13. Jahrh. lautet Sconerode.

Aus einer Urkunde vom 12.8.1313 erfahren wir, daß sich ein Heinrich von Schoynrode mit noch anderen Rittern und Edlen für Heinrich von Löwenberg wegen einer Schuld verbürgt hat. Wahrscheinlich ist dieser Ritter Heinrich von Schoynrode zu Kloster Seligenthal begraben. 1326 ist ein Johann von Schönroide Herr zu Idelsfeld.

Laut Urkunde vom 7.1.1342 wenden sich Abt Wolfard und der Konvent von Siegburg wegen Streitigkeiten in der Verwaltung und Vermögenstrennung um Rat und Hilfe an vertrauenswürdige Freunde, u.a. auch an Heinrich von Schoenroyde. Dieser Ritter Heinrich von Schoenroyde gibt am 24.2.1353 bekannt, daß Abt Reinhard von Siegburg ihn gegen eine Jahresrente von 10 Mark Pfennigen gängiger Kölnischer Münze zu seinem Lehnsmann gemacht hat, wofür er und seine Erben dem Abt und seinen Nachfolgern den Lehnseid leisten werden.

Im Jahre 1363 besiegelt Heinrich die Verkaufsurkunde des Frohnhofes zu Solingen.

Mit Wirkung vom 17.12.1382 setzt der Abt von Siegburg den Ritter Reinhard von Schoenrode zum Schultheißen in Siegburg ein. Dabei wird die Aufteilung der Einkünfte und Gebühren zwischen Abt und Ritter Reinhard genau festgelegt. Aus einem Brief vom 12.12.1388 geht hervor, daß Ritter Reinhard auch mit dem Herzog von Berg auf gutem Fuße steht. Zu dieser Zeit ist der Herzog in finanzieller Not und bedient sich des Ritters Reinhard als Bittsteller, um 600 Gulden zu erhalten. Ein paar Jahre später, nämlich am 11.11.1393, nimmt Reinhard von Schönrath sogar eine Art Vermittlerrolle zwischen dem Abt von Siegburg und dem Herzog von Berg ein, wie aus einem Briefwechsel zwischen Abt Pilgrim und Adolf von Berg, Graf von Ravensberg, hervorgeht.

Im Jahre 1395 wird einem Ritter Henrich von Schönroide in einer Sühne zwischen Johann von Loen und Ritter Johann von Stein die Burg Löwenburg im Siebengebirge so lange zum Verwahr übergeben, bis Johann von Loen dem Joh. von Stein die schuldigen 1200 Mark halb gezahlt haben würde. Wir würden heute sagen, daß Heinrich zum Treuhänder eingesetzt wurde.

1419 heiratet Wilhelm von Nesselrode Swana von Landsberg, Tochter Johanns und Swenolts von Schönrode, und kam 1466 in den Besitz Schönraths. Der Rittersitz geht aber noch im 15. Jahrh. durch Heirat der Irmgard von Nesselrode mit Bertold von Plettenberg an diese Familie über.

Nach Delvos sind 1522 Wilhelm von Plettenberg und Barbara von Merode, seine Frau, Besitzer von Schönrade. Sie schenken der Kirche zu Altenrath ein Stück Land von 7 Morgen. Danach gelangt Haus Schönrath in den Besitz der Familie von Heyden. Ein Wennemar von Heyden, gestorben 1552, heiratet Elisabeth von Plettenberg, Erbin zu Schönrath. Sein Sohn Diederich besaß Schönrad bis 1579. Er ist es, der in den Protokollen des Kirchscheider Hofgerichts von 1560-1565 mehrmals als „junker zo schon-radt“ vom „huis schonraedt“ bzw. „schoinrait“ genannt wird. Aus seiner Ehe mit Hermanna von Hoerde ging Georg von Heyden hervor, der in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. Aus seiner Ehe mit Anna Cath. Kett-ler ging Gotfried, Freiherr von Heyden, Herr zu Schönrad, hervor, der 1650 Oberstleutnant war. Aus dessen Ehe mit Odilia Kettler entstammt Goswin Adolf von Heyden, der 1678 Anna Joh. Cath. von WylichLottum heiratet.

„Goswin Adolph Freiherr von Heyden, Seiner Churfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg Rath und Drost des Ambts Wetter“, verkauft am 4. Okt. 1695 den freiadeligen Rittersitz „Schonrad“ und dessen Appertinentien (Zube-hör) an „Ernst Freiherrn von Erlenkamp, Fürstlich Mecklenburgischer Gustrauischer Rath, Ambts Haubtmann und Pfandts-Herrn zu Plaue, Herren zu Neuendorff, Wombach pp.“ für 29.600 Reichstaler Kaufschilling und 400 Reichstaler Verzigspfennigen. Zu den Appertinentien gehören: Eine „Fischerey in der Acher, auf der Sültzen und Bächen, der Jörges-Hof, der Körffer-Hof, der Lughauser Hof, der Dalhauser Hof, der Buxhorner Hof, der Gammersbacher Hof, der Knipscheren Hof, der Schlehecker Hof, Steingütchen, Busch Johans Gütgen, Rambrücker Mühle, Gammersbacher-Mühle, Grundpfacht von zweyen Häusern, eine Gerechtigkeit im Lohmer Walde“.

Die Familie von Erlenkamp verkauften Schönrath später an die Familie Schall von Bell zu Wahn. Ein Ferdinand Freiherr Schall von Bell wird um 1750 Herr zu Haaren, Macharen, Wahn und Schönrath genannt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gingen die einzelnen Güter an verschiedene Besitzer über.

Nach einem Sendgerichtsprotokoll von Altenrath aus dem Jahre 1619 ist Schönrath eine der vier Honschaften des Kirchspiels Altenrath. Im Protokollbuch heißt es: „Auff d Schönradter ahngesetzt hermann zu Pliersbach ond befohlen bey seiner trewen achtungh zu haben auff alle die Jenigen, so in unser kirspell gehorren der seyten des wassers (Sülz)“. Hieraus geht hervor, daß Schönrath zwischenzeitlich verpachtet war; denn Besitzer des Ritterguts war um diese Zeit Georg von Heyden.

Weitere Schreibweisen finden wir auf einer Karte von Hondius aus der Zeit um 1600 Schonrad, nach 1614 Hauß Schoinradt, auf einer Karte von Visscher aus dem Jahre 1690 wieder Schonrad. Bei Ploen-nis 1715 und Wiebeking 1790 finden wir Schönrath als adeliges Haus eingetragen.

1829 ist Schönrath ein Hof mit 17 Bewohnern an 2 Feuerstellen. 1843 werden 15 und 1851 nur noch 10 Bewohner gezählt. 1872 wohnen 12 Personen in 2 Wohnhäusern und 2 Haushaltungen auf Schönrath.

1866 kam Schönrath zur Pfarre Scheiderhöhe.

Quelle: Siedlungs und Heimatgeschichte der Gemeinde Lohmar von Stud.-Direktor Wilhelm Pape

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