Dörfer & Weiler
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Dokumente
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1994
- 2012 Der Ort Münchhof liegt ca. 500 m östlich der evangelischen Kirche in Wahlscheid an der Bartholomäusstraße. Der Ort Münchhof liegt ca. 500 m östlich der evangelischen Kirche in Wahlscheid an der Bartholomäusstraße. Die Geschichte des Münchhofes und der Bürgermeister "Schmitz" sind in dem Dokument (Artikel Lohmarer Stadtanzeiger von Otto Treptow und Lohmarer Heimatblätter 26 von Elisabeth Klein) zusammengefasst.
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1995
- 2020 Algert ist ein Ort im südlichen Stadtgebiet und liegt knapp 4 km östlich von Lohmar entfernt. Es gehörte bis 1969 zur amtsangehörigen Gemeinde Inger. Der Name Algert taucht erstmalig in den Aufzeichnungen der 1503 gegründeten Birker… Algert ist ein Ort im südlichen Stadtgebiet und liegt knapp 4 km östlich von Lohmar entfernt. Es gehörte bis 1969 zur amtsangehörigen Gemeinde Inger. Der Name Algert taucht erstmalig in den Aufzeichnungen der 1503 gegründeten Birker Marienbruderschaft auf. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Name Aldenacher auf Algert hinweist und erstmalig in einer Urkunde vom 16. Mai 1395 erwähnt wird. Darin gibt Kunigunde Aldenacher bekannt, dass sie Ländereien des Kirchspiels Lohmar in Erbpacht nimmt. Es gab zu dieser Zeit wohl zwei Höfe unter dem Namen "Aldenacher". Mit der Dorfhistorie setzt sich ausführlich Wilhelm Pape in seinem Beitrag für die Lohmarer Heimatblätter im Jubiläumsjahr 1995 (siehe Dokument) auseinander. Als "großen Sohn unserer Heimat" beschreibt der Heimatforscher Heinrich Hennekeuser Bertram Orth, der 1848 in Algert 14 (heute Bungartsberg 19) geboren wurde. 1872 erhielt er die Priesterweihe und war anschließend als Missionar und Pfarrer in Oregon, USA tätig. Nach seiner Bischofsweihe 1900 wurde er 1903 zum Erzbischof von Vancouver in Kanada ernannt. Gestorben ist er in Fiesole/Italien am 4. Februar 1931. Ein Fenster in der Birker Marienkirche erinnert an Ihn.
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Bilder
Oberdahlhaus liegt an der Quelle des Brunnenbaches an der alten Höhenstraße von Siegburg nach Wipperführt. Der Ort gehörte bei der Uraufnahme 1824 zur Bürgermeisterei Wahlscheid. Er bestand zu jener Zeit aus 9 Wohngebäuden. Die älteste Erwähnung von Oberdahlhaus finden wir in einer Urkunde aus dem Jahr 1487. Heinrich Stael von Holstein erbte die Höfe Meinenbroich und den Dahlhauser Hof. 1579 gibt es in Oberdahlhaus 2 Halfenhöfe der Familien von Bellinghausen und von Lülsdorf. Bei der Volkszählung im Jahre 1871 leben in Oberdahlhaus 76 Einwohner in 16 Wohngebäuden. Die Bewohner von Oberdahlhaus waren Katholischen Glaubens und gehörten zur Pfarre Neuhonrath.1895 zählt der Ort, durch den Zuzug von Bergleuten der Grube Lüderich bereits 103 Einwohner und gehörte zu den einwohnerstärksten Ortschaften von Honrath. 1924 wurde die Ortschaft an das Wahlscheider Stromnetz angeschlossen. Im Jahr 1931 erstellten die Bewohner von Oberdahlhaus ihre eigene Wasserversorgung mit Pumpenhaus und Hochbehälter. Im Zuge der Kommunalen Neugliederung kam Oberdahlhaus 1969 zu Lohmar und wurde in Dahlhaus umbenannt.
Die Familie von Ley machte im 18. Jahrhundert Stiftungen im Zusammenhang mit der Errichtung der St. Mariä Himmelfahrt-Kirche Neuhonrath und erhielt ein Patronatsrecht. Gemeinsam mit dem Besitzer des freien Rittersitzes Auel konnte die Familie von Ley die Pfarrer von Neuhonrath bestimmen.
Brigitte Gerdes-Bäcker, Honsbach: In der rechten Haushälfte ist im Keller noch ein Teil des Gewölbes der früheren – dem hl. Johannes geweihten – Kapelle vorhanden. Hier fanden nach der Reformation in der Zeit von 1710 bis 1716 die katholischen Christen wieder ein neues Zuhause.
Ein Totalumbau (u.a. Aufstockung) des Gebäudes erfolgte in den 1930er Jahren.
Links sieht man das Haus Lindenberg (später Peter Wasser; 1992 Josef Brinkmann). Rechts steht das Haus Karl Weber (Eigentümer 1992: Günther Kuhn). Man erkennt noch einen „Pötz“ (links) und ein „Backes“ (rechts).
Im Jahr 1875 lebten in „oberste Scheid“ 31 Personen in 5 Häusern. In „unterste Scheid“ wohnten 58 Personen in 13 Häusern.
Personen von links: in der Tür des „Schnieder’s Huus“ August Lindenberg mit Pfeife; 2. am Spinnrad: Julie Lindenberg geb. Radermacher; 3. Frau Lindenberg, genannt „Franz Bill“ (sie hatte in ihren hohlen Zähnen „Stöppchen“, die sie beim Essen herausnahm und auf den Tisch legte); 4. Kind Otto Lindenberg (im Kleidchen!) und 5.?
In 1875 wohnten in Heiden 36 Personen in 7 Häusern.
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Der Weiler Unterdahlhaus liegt in Quellmuldenlage an der alten Höhenstraße von Siegburg nach Wipperführt, an der Quelle des Dahlhauser Baches. Der Weiler gehörte bei der Uraufnahme 1824 zur Bürgermeisterei Wahlscheid. Er bestand zu jener Zeit aus drei Wohngebäuden. Die älteste Erwähnung von Unterdahlhaus finden wir in einer Teilungsurkunde aus dem Jahr 1477 nach dem Tode des Ritters Wilhelm von Nesselrode. Zur Aufteilung gelangten die zu Burg Schönrath gehörigen Pachthöfe, darunter der Hof zu „Daehlhusen“. Im Höfeverzeichnis der Halfen im Amt Lülsdorf aus dem Jahr 1579 ist „Schoinraids Halffenn“ zu Dahlhausen verzeichnet. Heinrich Wilhelm Wasser, Pächter des Unterdahlhauser Hofes leistet im Jahre 1666 in der Honrather Kirche den Erbhuldigungseid. Bei der Volkszählung im Jahre 1871 leben im Weiler Unterdahlhaus 30 Einwohner in fünf Wohngebäuden mit 7 Haushaltungen. Die Bewohner der Ortschaft waren evangelisch und gehörten zum Kirchspiel Honrath. 1925 gründen die Bewohner die Durbusch-Kleindahlhauser Wasserwerke an der Quelle des Dahlhauser Baches. Sie versorgte die Orte Unterdahlhaus, Durbusch , Breide und Boddert über 40 Jahre mit Trinkwasser bis mit der Kommunalen Wasserversorgung der Betrieb eingestellt werden musste. Im Zuge der Kommunalen Neugliederung bekamen 1970 die Wege im Bereich der alten Hofanlage Unterdahlhaus die Namen „Lüderichsweg“ und „Im Brannenfeld“. Unterdahlhaus und die zugehörigen Felder und Ackerflächen gehören heute zu Durbusch.
In Grünenborn, das erstmals 1644 urkundenmäßig erwähnt wurde, lebten im Jahre 1875 in 6 Wohngebäuden 22 Personen.
Grünenborn gehört zur Kirchengemeinde Honrath.
Auf dem Bild aus den 1920er Jahren sehen wir von links auf dem Karussell: u.a. Bruno Haas und Otto Stöcker; links im Hintergrund: Frau Stöcker sen.; auf dem Fahrrad: Paul Kurtenbach; rechts daneben: Fritz Stöcker; auf der Leiter: Lieselotte Volberg geb. Lindenberg; rechts mit Kleinkind: Frau Erwin Lindenberg; rechts im Hintergrund: Lorenz Kurtenbach und Hermann Haas.
Später stand das Karussell – in Tieflage – im Kurgarten des Auelerhofes.
Rechts im Bild sieht man eine „Adels-Schörreskaar“.
Hähngen liegt im Nordosten der Stadt Lohmar in der Nähe von Neuhonrath und gehörte bis 1969 zur bis dahin eigenständigen Gemeinde Wahlscheid.
Im Jahre 1875 wohnten in Hähngen 9 Personen in 3 Wohnhäusern.
Wohnhaus Breunsbach, das im Jahre 1799 errichtet wurde.
Es handelt sich um eine sehr alte Hofanlage, die bereits im 15. Jahrhundert erwähnt wurde.
Im Jahre 1875 lebten hier 38 Personen in 8 Wohngebäuden. Interessanter Flurname in der näheren Umgebung: „Auf dem Heiperich“ unterhalb von Hausen in Richtung Stolzenbach gelegen.
In Hohn, das erstmals 1644 erwähnt wurde, wohnten im Jahre 1875 insgesamt 27 Personen in 6 Wohnhäusern.
Der „Kellerbach“ der direkt unterhalb der Straße Münchhof-Mailahn entspringt, und der Kattwinkelbach fließen in Hohn zusammen und bilden den Hohnerbach, der später noch den Klefhauserbach aufnimmt und nach Aggerhof hinunterfließt. Die Flurbezeichnung „Am Mühlenberg“ in unmittelbarer Nähe des Weilers deutet daraufhin, daß in Hohn auch eine Mühle vorhanden gewesen sein kann.
Lina Müller geb. Kürten, Wahlscheider Straße, erzählte von ihrem Vorfahren Wilhelm Weber, dem Gründer des Männerchores Wahlscheid, der in Hohn wohnte:
Er hatte eine kleine Landwirtschaft und flechtete im Winter Körbe und Mahnen. Seine Weidensträucher hegte und pflegte er, weil ihm deren Äste das notwendige Rohmaterial lieferten. Eine Werkstatt brauchte Wilhelm nicht; er verrichtete seine Arbeit in den Häusern der Bauern. Der Hohnerbach diente ihm zum Nässen des Holzes.
Wilhelm war ein leidenschaftlicher Musiker und spielte mit seinem Kontrabaß in einer Kapelle. Eine große Freude für ihn war das gemeinsame Singen mit Schulkindern auf der Bank unter seinem Lindenbaum in Hohn. Diese Musikleidenschaft brachte er in den Männerchor Wahlscheid bei der Gründung im Jahre 1879 ein.
Die Fachwerkhäuser errichteten unsere Vorfahren gemeinsam mit Verwandten und Nachbarn in Eigenleistung. Der Hausbau dauerte gewöhnlich 8 bis 12 Jahre, da das hierfür benötigte Eichenholz vorher 5 bis 8 Jahre trocknen mußte. Das Eichenholz stammte aus dem eigenen Wald. Im Schweiße ihres Angesichts mußten die Menschen ihre Arbeit verrichten, konnten sich bei der schweißtreibenden Arbeit aber erlauben, fette und kalorienreiche Nahrung zu sich zu nehmen.
Die Fachwerk-Gefache wurden mit Weidengeflecht ausgefüllt und mit Lehm, der von Stroh durchsetzt war, verschmiert (“geschleevert“). Die Außenwände waren atmungsaktiv. Erdbeben und Bombenerschütterungen trotzten die Fachwerkhäuser. Die Gewölbekeller wurden mit trocken (ohne Mörtel) verlegten Bruchsteinen – mit der schmalen Seite nach unten – erstellt.
Gustav Steeger, Hohnenberg, wußte noch, daß im Keller Kühe gestanden hatten.
Ein Teil des Reihenhauses (rechts) dürfte aus dem 18. Jahrhundert stammen. Das Haus hatte damals eine nach oben hin offene Feuerstelle, genannt Boosen. Die Rauchabzüge waren aus Eichenbrettern gezimmert und mit Pech gestrichen. Bei Abbruch alter Fachwerkhäuser findet man heute noch die vom Ruß gezeichneten Balken.
Hohnenberg liegt unweit nördlich von Neuhonrath und gehörte bis 1969 zur bis dahin eigenständigen Gemeinde Wahlscheid. In Hohnenberg wohnten 1875 in 6 Wohnhäusern 24 Personen.
Katharinenbach besteht nur aus dem Pfarrgut der evangelischen Kirchengemeinde Wahlscheid. Mehrere Generationen der Familie Zimmermann bewirtschaften jetzt bereits das Gut. Zur Zeit betreibt hier das Wahlscheider Original „Baacher“ (Karl Heinz Zimmermann) Landwirtschaft.
Interessanter Flurname in der näheren Umgebung: „Auf dem Kraten- puhl“ (Krötenteich), gelegen zwischen Katharinenbach und Hohn.
Der Hof, der im Jahre 1212 von Graf Heinrich von Sayn der Kirchengemeinde geschenkt wurde, liegt idyllisch oberhalb von Wahlscheid an der Sonnenseite eines Talkessels.
Im Zuge der Verbreiterung der „Bonner Straße“ mußte das im Kurvenbereich stehende Haus abgebrochen werden. Rechts vom Haus ist die „Ahl Schmitt“ erkennbar; diese Schmiede ist auf einer weiteren Aufnahme, die in dem Kapitel „Gewerbe“ erscheint, gut zu sehen.
Wir sehen auf dem Bild – von links – folgende Personen: vorne: 1.–3.: Kinder Karl, Hugo und Otto Kühler; 4., 5. und 7.: unbekannt; 6. Oma Amalie Maylahn geb. Schiffbauer, (Ehefrau des Wilhelm) hinten: 1. Lina Kühler geb. Hölper; 2. Karl Kühler; 3. Karl Maylahn, Schmied; 4. Frau Karl Maylahn, Amalie geb. Hölper; 5. Max Maylahn, Postbeamter, Solingen; 6. Wilhelm Maylahn; 7. Gustav Maylahn, Postbeamter; 8. Marta Maylahn (Ehefrau des 7.)
Kattwinkel wurde erstmals im 19. Jahrhundert erwähnt; hier wohnten in einem Wohnhaus 7 Bewohner im Jahre 1875. Im letzten Jahrhundert prägten die Familien Maylahn (Schmiede) und Schiffbauer (Landwirt, Kolonialwarengeschäft und Putzmacherin) den Weiler (dazu mehr in dem Kapitel Gewerbe).
In Klefhaus, das bereits im Jahre 1244 erwähnt wurde, wohnten in 1875 in 13 Wohnhäusern 60 Personen.
Interessante Flurnamen in der näheren Umgebung: „Auf dem Schlienerf’, südlich von Klefhaus gelegen, sowie „Auf dem Hollender Stück“ gelegen zwischen Klefhaus und Höffen.
Von Klefhaus aus wurde in den 20er Jahren die Initiative zur Gründung des originellen „Orchester Klefhaus“ ergriffen.
Sehr deutlich sind auf einer Flurkarte aus dem Jahr 1824 viele schmale durch Erbteilung entstandene Streifen-Parzellen zu erkennen. Immer wieder wurden Grundstücke unter den Kindern aufgeteilt, bis eine ordentliche Bewirtschaftung nicht mehr möglich war.
Nur eine Flurbereinigung brachte dann wieder geordnete Verhältnisse.
links: Haus Hölper – mitte: hier steht heute das total erneuerte Haus Nagel; auf dem Bild sind noch der alte „Pötz“ und rechts der „Göpel- Schopp“ erkennbar.Ganz rechts sieht man das alte Stellmacherhaus Lüghausen (links unten befand sich die Werkstatt).
Laut W. Pape (s.o.) hieß die Siedlung, die ihren Namen von einem Personennamen „Macco“ ableitet, offenbar früher „Mackenberg“. Durch falsche Übersetzung des Mundartausdrucks „-berg“ kam es wahrscheinlich zu der Silbe „-bach“.
Der verhältnismäßig große Weiler, in dem 1875 insgesamt 57 Personen in 14 Wohnhäusern wohnten, wurde bereits 1487 erwähnt.In der Mitte von Mackenbach lag der (Brand-)Weiher; unten im Dorf befand sich noch ein weiterer kleiner Weiher.
Interessante Flurnamen in der näheren Umgebung:
“Am dicken Loch“ – unterhalb von Mackenbach in Richtung Stolzenbach gelegen.
“Auf der Müspel“ – unterhalb von Mackenbach in Richtung Agger gelegen.
Wenn die Mackenbacher schnell zum Friedhof (dessen Flurbezeichnung lautet: „Am Brithof’) wollten, gingen sie durch die „Höll“.
Wasserprobleme
Auch Mackenbach, das man früher das „Handwerkerdorf’ nannte, hatte seine Trinkwasserprobleme. Kurt Oberdörster und seine Mutter, Frau Oberdörster geb. Fischer (geb. 1904):
Mit einem „Kloppmännchen“ (dazu an anderer Stelle mehr) wurde das Wasser aus dem benachbarten Siefen in ein Bassin gepumpt, das sich an der höchstgelegenen Stelle in Mackenbach neben dem Haus Hohn/ Biermann befand. Streit gab es, wenn unten im Hof der Wasserverbrauch zu stark war und in den höhergelegenen Haushalten der Wasserkran nichts mehr hergab. Frau O. erzählte, daß oft während eines Waschvorganges das Wasser ausging und die Wäsche anschließend unten an der Agger ausgewaschen werden mußte.
Im Winter bei Eis und Schnee mußte unten am „Kloppmännchen“ ein Feuer entfacht werden, damit das Gerät nicht einfror.
Erwin Piel beim Einholen von Schanzen in Mailahn. Manch ein „Knävvel“ (Knüppel) Holz liegt auf dem zweispännig gezogenen Leiterwagen. Links in der Scheune sieht man eine Kasten-Schubkarre und „en Schörreskaar“ (Schürreskarre).
In Mailahn, das erstmals 1586 in einer Urkunde erwähnt wurde, wohnten im Jahre 1875 29 Einwohner in 7 Wohnhäusern.
Beim „Schanze-Maache“ (Binden von Reisigholz) „em Bösch“ blieb kein Reisig liegen. Für die Herstellung von Besen wurde ebenfalls Reisig verwandt. Mit ihm brachte man auch das Feuer auf Zunder, insbesondere dann, wenn man mit dem „Stöchihsen“ (Schüreisen) etwas „fuhrwerkte“.
„Klötte“ (Briketts) waren früher für den armen Mann unerschwinglich. Zum Feuern des Ofens verwandte man Holz, das – geschützt vor Wind und Wetter – draußen vor dem Haus akurat „gestivvelt“ (genau aufgestapelt) wurde. Holz „spahlen“ (spalten) war eine Winterbeschäftigung für den Bauern.
Günter Piel teilte mit, daß die Schanzen heute noch auf seinem Stall lagern; der Hauptbestandteil ist allerdings Wurmmehl. Sie sind mit einem „Strohbängel“ gebunden; man verwandte früher auch die sogenannte „Wedd“ (dünner Eichen-, Buchen- oder Weidenzweig), die „gefreidelt“ wurde.
1875 wohnten in Münchhof 38 Einwohner in 7 Wohnhäusern.
Interessante Flurbezeichnung in der näheren Umgebung: „Im Juhpert“ oberhalb der evangelischen Kirche St. Bartholomäus in Richtung Münchhof gelegen (Im Volksmund sagte man „Kuppert“).
Münchhof hatte einen Weiher bzw. Dorfteich. Der Weiher war verhältnismäßig groß. In den 1960er Jahren wurde er zugeschüttet und mit einem Wohnhaus bebaut.
Der Weiler Münchhof – erstmals 1166 erwähnt – ist der älteste Weiler und Kern von Wahlscheid.
Nikolaus Maas, Münchhof, hat erlebt, daß man bei Verlegen der Wasserleitung gegenüber einem der ältesten Häuser von Münchhof, dem „Schmitz-Huus“ (früher „Konsum“), auf Tongefäße, Pfeifen usw. stieß. Man grub damals nicht weiter, weil die Grenze des Nachbargrundstückes erreicht war.
Von den Vorfahren ist überliefert, daß ein unterirdischer Gang von der Grube Pilot im Siefen bis zu dem vorgenannten Haus Schmitz bestanden haben soll.
Der Weiler ist vermutlich erst im 18. Jahrhundert entstanden. Hier wohnten im Jahre 1875 insgesamt 8 Personen.
Vor der Haustür sieht man den „Dürpelsteen“. Links davon befindet sich die Hühnerleiter zum „Hoondersch“ (Hühnerhaus). An der Wetterseite (Schmeßsick) war das Haus schieferverkleidet und somit gut gegen Wind und Wetter geschützt. Ein mächtiger Nußbaum – an anderen Häusern mitunter auch eine uralte Linde oder Eiche – beschirmte früher mit weitem Geäst das Fachwerk-Bauemhaus.
Auf einer alten Flurkarte ist noch gut der – heute nicht mehr vorhandene – Brandweiher zu erkennen. Der Weiler, der auf der höchsten Erhebung des Kirchspiels Wahlscheid liegt, wurde bereits 1644 erwähnt. Im Jahre 1875 lebten hier in 6 Wohnhäusern 31 Personen.
Es handelt sich um das Geburtshaus des Pater Johannes (Philipp Höver), geb. am 10.11.1816, der als Stifter der Genossenschaft der „Armen Brüder vom Heiligen Franziskus“ in Aachen geehrt wird.
Die Bauernhöfe waren früher meist von einem „Bungert“ (Baumgarten), auf dem das Jungvieh weidete, umgeben.
Wohnteil und Viehstall gingen ineinander über. Die Haustür war in der Vorzeit quergeteilt und nannte sich „Gaader“ (im Volksmund auch „Klaafdüür“ genannt). Tagsüber blieb die untere Hälfte geschlossen, damit die Tiere nicht ins Haus kamen. Die obere Hälfte blieb geöffnet, damit das Licht einfallen und das Vieh auf dem Hof beobachtet werden konnte. Der Fußboden des Hausflurs (gleichzeitig Küche) war mit unregelmäßigen Bruchsteinplatten belegt. Von hier aus führte eine Tür in die Stube, eine Falltür in den Keller (teilunterkellert) und eine weitere Tür in „et Fooderdänn“ (Futtertenne) bzw. den Viehstall. Eine einfache Treppe führte zum „Older“ wo sich die Schlafstuben befanden. Im „Fooderdänn“ oder Flur stand die „Kühl“ ein gußeiserner Kessel, in dem im Winter das Viehfutter gedämpft wurde. Nach Reinigung wurde darin die Wäsche gekocht oder sogar gebadet.
Der Küchenherd, der auch an warmen Tagen zum Kochen brannte, heizte der versammelten Großfamilie ordentlich ein. Hinzu kam mitunter der Staub, den die Großmutter am Spinnrad mit der Wolle verursachte. Am Abend trafen die Nachbarn, um (Petroleum-) Licht zu sparen, zum „Nopem“ ein. Die Ausdünstungen der Bauersleute, die tagsüber im Schweiße ihres Angesichts hart gearbeitet hatten (Dusche oder Bad kannte man nicht) sowie der Tabakqualm der Männer erfüllten den Raum. Wenn die Zimmerlampe mit Karbid brannte, mußte man darauf achten, daß die richtige Menge Wasser zugeführt wurde. Ansonsten bestand die Gefahr, daß die Karbid-Lampe explodierte.
Die „jood Stow“ (gute Stube) wurde Kirmes, Weihnachten und wenn hoher Besuch kam, benutzt und beheizt.
Im Schlafgemach der Bauersleute stand eine Kommode mit Waschschüssel und einer Wasserkanne. Das hohe Bett konnte von kleinen Leuten nur mit einer Fußbank erreicht werden. Das Bettgestell war mit Brettern ausgelegt. Man schlief auf einem mit Stroh gefülltem leinenem Bettsack. Wenn drei Kinder in einem Bett schliefen – was keine Seltenheit war -, lag ein Kind quer. Unter das Bett gehörte ein Nachtgeschirr. Deshalb empfing einen beim Betreten eines Schlafzimmers der eigentümliche Uringeruch.
In Schönenberg, das bereits im Jahre 1244 erwähnt wurde, wohnten 1875 in 10 Häusern 42 Personen.
Interessanter Flurname in der näheren Umgebung: „In der Brautheide“ gelegen zwischen Schönenberg und Hohn.
Haarpflege:
Stöcker’s Karl vom „Schüümerich“ (Schönenberg) schnitt früher den Männern mit einem von Hand zu bedienenden Gerät die Haare. Wie beim Zahnarzt ging damals auch das Haarschneiden nicht ohne „Ping“ (Schmerzen) über die Bühne. Das Handgerät zupfte die Haare zum Teil einzeln aus. Die Männer stöhnten dann: „Et trickt, et trickt“ (Es zieht). Nur Gustav O. sagte stets: „Ech spürre nüüß“ (Ich spüre nichts). Er war offenbar „fried“ (widerstandsfähig).
In Weeg, das bereits in einer Urkunde aus der Zeit von 1358 – 1364 genannt wurde, und ehemaliger Freihof war, wohnten in 1875 in 12 Häusern 66 Einwohner. Interessante Flurnamen in der näheren Umgebung: „Im Gierchen“ – im „Rosental“ unterhalb von Weeg gelegen. Der Brandweiher bzw. Dorfteich lag mitten im Weiler, wo sich heute das Anwesen der Eheleute Otmar und Wilfriede Wasser befindet.
Personen auf dem Bild – von links: 1. Das „Weech“ (Mädchen) ist Meta Heiser geb. Fischer; 2. Berta Fischer, Weeg; 3. Daniel Fischer junior (Ehemann von 2.); 4. ?; 5. Helene Fischer, Bonn, mit „Ditzje“ (Säugling); 6. Otto Fi- scher, Weeg und Bonn (Tierarzt), Ehemann von 5.; 7. ?; 8. Laura Lindenberg geb. Fischer, Weeg und Münchhof; 9. Gustav Lindenberg, Münchhof (Ehemann von 8.); 10. Daniel Fischer senior, Weeg; 11. Frau Karl Lindenberg (“d’r Böchelter“), Berta geb. Fischer, Weeg
Die Familie hatte ihren Sonntagsstaat angezogen. Man ließ auch die wertvollsten Haustiere mit auf das Bild bannen. Im Hintergrund links sitzt der Knecht auf dem Pferd.
Früher wohnten auf dem Bauernhof nicht nur Eltern und Kinder, sondern auch die Großeltern und unverheirateten Onkel, Tanten und Geschwister. Oma und Opa durften in der altgewohnten Umgebung und der Geborgenheit der Familie ihren Lebensabend verbringen. Mehrere Generationen lebten in Bescheidenheit auf engem Raum in der Großfamilie zusammen. Ein Opa machte sich nützlich, indem er im landwirtschaftlichen Betrieb „knuuvte, knüsterte (geschickt arbeitete) oder kröhste (herumwerkelte)“.
Das Fachwerk im Erdgeschoß ist mit Ziegelsteinen ausgemauert. Nach Angaben von Hans Karl Kirschbaum, Haus-Dorp, hat Daniel Fischer, der damalige Bauherr, die Ziegelsteine selbst gebrannt. Den Rohstoff „Lehm“ gewann er aus dem Boden oberhalb der Grube Pilot.
Dieses seltene, sehr alte Bild zeigt Inger um 1910. Selten, weil es mal den normalen Alltag zeigt. Hier wurde niemand herausgeputzt, hier wurde nichts geschönt. Die Kinder verharren zwar im Moment der Aufnahme wie Statuen, man gewinnt aber dennoch den Eindruck vom dörflichen Leben dieser Zeit. Das Foto wurde im „Unterdorf“ gemacht, mit Blick von der Kreuzung in Richtung Algert.
Eichen war in früheren Zeiten ein Weiler in der Pfarrei Lohmar; heute ist Eichen ein Teil der kleinen Ortschaft Weegen.
Der historische Weiler Eichen entspricht in etwa der Lage der heutigen Straßenbezeichnung Eichen und liegt im Südwesten Lohmars. Umliegende Ortschaften und Weiler sind Donrath im Nordwesten und Norden, Weegen umgibt Eichen von Süden bis Nordwesten, Halberg liegt im Nordosten.
Der Name Eichen wird sich wohl auf einen Eichenbestand zur Zeiten der Siedlungsgründung ableiten lassen. Der älteste Namensbeleg ist im Birker Bruderschaftsbuch aus der Zeit von 1503 bis 1538 zu finden. Dort wird unter den Mitgliedern ein "lutter (Ludwig) van eych" genannt.
In der Zeit um 1644 / 1683 gab es historischen Quellen nach zwei Höfe in Eichen. Ebenso wurden 1750 nur zwei Familien als Bewohner aufgezeichnet. Im Jahr 1843 waren es drei Wohngebäude mit 20 Personen. Bereits 1862 wurde in Eichen eine Gastwirtschaft eingerichtet, mit der ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb verbunden war. Diese Gaststätte wurde erst 1968 wegen Unrentabilität geschlossen.
1961 wurde Eichen an die Trinkwasserversorgung angeschlossen. Bis zu diesem Tag musste das Wasser aus dem gemeinde-eigenen Brunnen in Eichen geholt werden. Bei längeren Trockenperioden wurde dieser Brunnen sogar von den Bewohnern aus Weegen genutzt. Zudem gab es bis 1961 in Eichen einen Steinbackofen, der regelmäßig genutzt wurde.
Bis 1969 gehörte Eichen zu der bis dahin eigenständigen Gemeinde Halberg.
Unterhalb von Weegen nach Donrath hin ist der Weiler Kuttenkaule mit sieben Wohnhäusern und dem Haus Hasselssiefen. Die beiden Wörter „Kutte“ und Kaule“, aus denen sich der Siedlungsname zusammensetzt, besagen eigentlich ein und dasselbe. Er bedeutet eine kleine Vertiefung in der Erde.
Der Name Kuttenkaule wird erstmals 1538 im Mitgliederverzeichnis der Birker Marienbrudernschaft erwähnt. Dort wird ein „gontgyn up der kuttenkulen“ genannt. Anscheinend gab es auf der Kuttenkaule bis in die 1960er Jahre hinein nur zwei Wohnhäuser. Erst dann hat sich durch Neubauten ein Weiler der heutigen Größe ergeben.
Kuttenkaule wurde erst 1961 an das Wassernetz der Gemeinde Lohmar angeschlossen. Bis dahin wurde das Wasser aus dem Ende der 50er Jahre gebauten Brunnen in die Häuser geleitet.
Das Haus Hasselssiefen wurde Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und diente zunächst als Erholungsheim für kranke Priester, später als Waisenhaus. In dem Haus gab es eine Kapelle, die rund 50 Personen Platz bot. Bis 1954 in Donrath die Marienkirche fertiggestellt war, gingen viele Donrather nach Hasselssiefen zur heiligen Messe.
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