Zeitalter: Mittelalter u. Frühe Neuzeit
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11. Mai 2014
Am 11. Mai 2014 wurde im Beisein des Innenministers des Landes NRW Ralf Jäger die feierliche Enthüllung einer neuen Bronze-Skulptur am Saugässchen gefeiert. „Wir legen heute ein Stück Heimatgeschichte offen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Röger bei… Am 11. Mai 2014 wurde im Beisein des Innenministers des Landes NRW Ralf Jäger die feierliche Enthüllung einer neuen Bronze-Skulptur am Saugässchen gefeiert. „Wir legen heute ein Stück Heimatgeschichte offen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Röger bei der Enthüllung der Skulptur vor einigen Hundert Festgästen im Park Villa Friedlinde/Saugässchen. Dem vorausgegangen war der Gedanke von Paul Hoscheid und Gerd Streichart (Vorsitzender des HGV), wonach in Lohmar nur noch wenig Erinnerung an den jahrelangen Schweineauftrieb durch die Saugasse in den Lohmarer Erbenwald besteht. Vor allem vermisse man irgendwo einen Hinweis darauf. Gerd Streichhardt und Dr. Johannes Bolten starteten eine Spendenaktion und beauftragten schließlich den Bonner Künstler Friedemann Sander mit der Anfertigung der Schweine-Skulptur, siehe Dokument. Der geschichtliche Hintergrund: | |
Das Dorf Lohmar (Honschaft, Nachbarschaft) hatte um 1770 rund 160 Einwohner, die in etwa 50 Häusern wohnten. Aus dem Wertier- und Landmaßbuch von 1746 sind die Bestitzverhältnisse zu entnehmen. Zu dieser Zeit bestehen in Lohmar an Höfen das… Das Dorf Lohmar (Honschaft, Nachbarschaft) hatte um 1770 rund 160 Einwohner, die in etwa 50 Häusern wohnten. Aus dem Wertier- und Landmaßbuch von 1746 sind die Bestitzverhältnisse zu entnehmen. Zu dieser Zeit bestehen in Lohmar an Höfen das Pastoratsgut (Widdenhof), der Backeshof, der Frohnhof, der Pützerhof, der Bachhof, der Burghof, das Korfer Gut, der Vogtshof, Steinhof, Wolfshof, Nietterhof, Rengrathsgut. Die vielen Einzelhöfe erweckten den Eindruck, als ob sich ein Höfeverband zu einem Dorf zusammengeschart hätte. Zwischen den Höfen entstanden im Laufe der Zeit die vielen Kleinsiedlungen, so dass die ursprünglich getrennten Ortsteile Burg, Kirchdorf, Ober- und Unterdorf zusammenwuchsen. Die Angelegenheiten des dörflichen Gemeinschaftslebens regelte das Lohmarer Nachbarbuch. Es war am 10. November 1767 neu angelegt und von 23 Einwohnern unterschrieben worden, nachdem das alte Nachbarbuch von 1581/1644 verschlissen und unleserlich geworden war. Bereits die Präambel des Lohmarer Nachbarrechts geht unmissverständlich auf die enge Bindung der Dorfgemeinde mit dem Erbenwald ein. Übersetzt in die heutige Sprache heißt es: "Gleichwie bekannt ist, dass das Dorf Lohmar berechtigt ist, im Lohmarer Wald Stock und Sprock (dürres Holz) zu sammeln, das Vieh im Weid- und Schweidgang (Schweidgang meint eine allgemein und gemeinsam genutzte Fläche zum Weiden des Viehs) zu hüten, wie auch zur Eckerzeit den Auftrieb der Schweine nach Ordnung des Waldbuches vorzunehmen, sowie gemeinschaftlich das nötige Gras als Viehfutter zu krauten, so wird jetzt festgestellt, dass durch die Vermehrung der Haushaltungen im Dorf und durch Unangesessene aus anderen Orten Tag und Nacht Leute in den Wald schleichen und dadurch die Dieberei mehr und mehr zunimmt." Das Nachbarbuch enthält insgesamt 40 Punkte oder Paragraphen. Die meisten sind mit Strafen (Geldbußen) bewehrt). Im Punkt 33 heißt es zum Beispiel: Beim Verlassen des Dorfes oder der Rückkehr soll ein jeder Nachbar die Dorftore verriegeln. Falls Tore offenstehen, sind die Nachbarn zum Verschließen verpflichtet, bei einer Strafe von 12 Albus (1 Reichstaler = 78 Albus). In dem Dokument ist das Nachbarbuch ausführlich beschrieben. | |
Auf eine anregende historische Führung durch den Ort Lohmar nimmt uns der 2017 verstorbene Heimatforscher Johannes Heinrich Kliesen in einem Artikel für die Lohmarer Heimatblätter 2008 mit, siehe Dokument. Über Jahrzehnte sammelte er zerbrochene… Auf eine anregende historische Führung durch den Ort Lohmar nimmt uns der 2017 verstorbene Heimatforscher Johannes Heinrich Kliesen in einem Artikel für die Lohmarer Heimatblätter 2008 mit, siehe Dokument. Über Jahrzehnte sammelte er zerbrochene Reliktscherben und versuchte anhand von Keramikdokumenten etwas mehr Licht in die Siedlungshistorie zu bringen. Er beginnt am Fronhof Ecke Kirchstr/Brückenstr., der erstmals 1131 erwähnt wird. Der Wohntrakt ist komplett erhalten, aber nach 1945 außen und innen über- und umgebaut worden. Im Hausgeviert fanden die früheren Besitzer, das Ehepaar Voigt, kleine Kugeltöpfe und einen Henkelkrug um das Jahr 1000. Der Autor vermutet, dass es sich ursprünglich um ein frühfränkisches Wehr- und Schutzgut gehandelt hat und im späteren 12. Jahrh. möglicherweise die ersten Ritter hier ihren Sitz hatten. Es wird nirgendwo bekundet, wo die ersten „Ritter von Lohmar“ ihren Sitz hatten. 1166 wird Ekebertus de Lomere erwähnt und von Heimatforschern als Erster der Ritterschaft vermutet. Weitere Funde ergaben sich u. a. in der ca. 400 m westlich vom Frohnhof gelegenen Burg Lohmar, die um 1350 erbaut wurde und im Komplex des neben der Burg zur Agger hin liegenden Restaurant „Zur alten Fähre“. Ursprünglich war das Anwesen wohl das Jagdhaus oder Forsthaus der Burgherren und wurde später zum Fährhaus, dann zum Handwerksbetrieb Kümpel und schließlich zum Gasthaus. Am Rande des Grabungsareals in der Bachstraße, wo 2005 auf dem heutigen Gelände des evangelischen Altenheims Reste merowingischer Grubenhäuser entdeckt wurden, wurden Siegburger Henkelkrüge von Anfang des 13. bis Mitte des 14. Jahrhunderts ausgegraben. Sie lassen den Heimatforscher auf einen frühmittelalterlichen Siedlungssprengel schließen. Danach dürfte die Siedlungsgenese, die von der Kieselhöhe bis zur Ecke Alte Lohmarer Straße/Auelsweg ihren Anfang genommen hat, ihre zweite Bauphase gehabt haben, in die auch ein Teil des alten Kirchdorfes einzuordnen ist. Insgesamt 14 Funde bei historisch bedeutenden Gebäuden beschreibt Johannes Heinrich Kliesen in seinem Beitrag und versucht sie siedlungshistorisch einzuordnen. |
Bilder
Die erste urkundliche Nennung von Lohmar erhalten wir aus einer Urkunde von 1081, nach der Erzbischof Sigewin von Köln dem Kölner St, Georgsstift u. a. einen Hof zu Lohmar schenkt: "Lomere mansum unum, soluentem sex solidos", einen Mansus (ca. 40 Morgen Ackerland), zu zahlen 6 Solidos (Goldstücke).
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