Hochwasserschutz am Auelsbach und der heilige Bürokratius
Mancher Spaziergänger, der über die Deichkrone des Hochwasserrückhaltebeckens Auelsbach in den Sauren Wiesen in der Buchbitze in Lohmar geht, fragt sich, ob die vor gut einem Jahr aufgestellten Höhenlatten, etwas mit der geplanten Dammerhöhung zu tun haben. Seit 16 Jahren laufen die Planungen, den Hochwasserschutz hier zu verbessern, da das Rückhaltebecken nur für ein fünfzigjähliches Hochwasser mit einem Rückhaltevolumen von 57.000 cbm ausgelegt ist. 2010 wurde das hundertjährliche Hochwasser gesetzlich als Bemessungshochwasser eingeführt. Aufgrund des erheblichen Gefährdungslage für Wohnhäuser entlang des Auelsbachs und insbesondere aufgrund der Senklage für die Gewerbeflächen am Auelsweg wurde 2013 die Erhöhung des Damms um fast drei Meter beschlossen, um sich vor einem zweihundertjährlichen Hochwasser zu schützen. Im September 2021 berichtete der Kölner Stadtanzeiger, dass in Kürze mit dem Baubeginn zu rechnen ist, da der Landschaftsbeirat des Kreises einer Befreiung von den Verboten des Landschaftsschutzgebietes zugestimmt hatte. Im Mai 2026 teilte jedoch die Stadtverwaltung den Mitgliedern des Bauausschusses mit, dass das Planverfahren sich weiter in die Länge ziehe und ein Baubeginn noch nicht abzusehen ist.
Die aufgestellten Höhenlatten sind keine Messvorrichtungen für die Dammerhöhung, sondern Ansitzstangen für Greifvögel, um Wühlmäuse vom Durchlöchern des Dammes abzuhalten.
Information
Quellenangabe
Ratsinformationssystem Stadt Lohmar
Kölner Stadtanzeiger vom 20.09.2021
Autor(en)
Wolfgang Röger| Zuletzt angesehen: | 13.10.2026, 00:14 |
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1989
- 2022 Mit vielen Ehrenamtlern aus der Naturschutzgruppe hatte der Heimat-und Geschichtsverein Lohmar - heute Heimatverein Lohmar - 1989 die 10 Morgen (2,5 ha) großen „Sauren Wiesen“ unterhalb von Lohmarhohn in schweißtreibender Handarbeit wieder… Mit vielen Ehrenamtlern aus der Naturschutzgruppe hatte der Heimat-und Geschichtsverein Lohmar - heute Heimatverein Lohmar - 1989 die 10 Morgen (2,5 ha) großen „Sauren Wiesen“ unterhalb von Lohmarhohn in schweißtreibender Handarbeit wieder vernässt. Eine Maßnahme, die ursprünglich dem Tier- und Pflanzenschutz diente. Rund 30 Jahre später erfährt sie durch die Trockenheit in Folge des Klimawandels eine neue zusätzliche Relevanz, wenn es darum geht, auch regionale Wasserkreisläufe zu stärken und das Klima zu kühlen. Der alte Entwässerungsgraben wurde damals verbreitert und mit den verzweigten Kleingräben zu einer offenen Wasserflächen angestaut. Schon nach kurzer Zeit kehrten Feuersalamander, Bergmolche, Wasserfrösche und zahlreiche Wasserkäfer und Liebellenarten ein. Die Pflege des Geländes wurde in alter bäuerlicher Tradition und Handarbeit durchgeführt und die Wiese mit der Sense gemäht und das Schnittgut auf Heuböcken gestapelt (siehe Dokument). Die „Sauren Wiesen“ gehören zum Hochwasserrückhaltebecken Auelsbach, das 1982 durch den Aggerverband errichtet wurde. Es hat ein Fassungsvermögen von ca. 57.000 Kubikmeter und soll vor einem 50 jährlichen Regenereignis schützen. Nachdem der Aggerverband laut Aggerverbandsgesetz seit 2004 nicht mehr die Aufgabe des Hochwasserschutzes hat, wurde das Eigentum der Stauanlage 2016 auf die Stadt Lohmar übertragen. Der (Rest-)Wert der Anlage wurde auf 118.132,00 € festgelegt. Nach dem Hochwasser im Juni 2013 beschloss die Stadt Lohmar das Stauvolumen des Rückhaltebecken auf ein 200 jährliches Regenereignis zu ertüchtigen. Es dauerte bis Mitte 2022 bis die Pläne im Stadthaus offengelegt wurden. Danach wird die Dammkrone um ca. 3 Meter erhöht und das Auffangvolumen auf 166.000 Kubikmeter erweitert. |









