Halver Hahn und Röggelchen - eine Lohmarer Angelegenheit
Die Entscheidung der Kölner Früh-Brauerei bei der kölschen Kultspeise "Halve Hahn" das klassische Röggelchen durch 2 Scheiben Brot zu ersetzen, stößt in Köln auf helle Empörung. In großer Schlagzeile titelte der Kölner Stadtanzeiger in seiner Ausgabe am 31.10.2026 „Früh übt sich im Traditionsbruch“. Der Halve Hahn – bestehend aus einem Roggenbrötchen (Röggelchen), einer dicken Scheibe mittelaltem Gouda, Senf, Zwiebelringen und etwas Butter – ist kulinarisches Kulturgut und gilt als Stück rheinischer Identität und Brauhauskultur.
Auch die Lohmarer hätten allen Grund sich gegen die Trennung von Röggelchen und Halven Hahn zu wehren. Ein Witzbold aus Kreuznaaf soll nämlich den Halven Hahn erfunden haben, möglicherweise inspiriert durch eine Überlieferung des Erlebnisses des Fuhrmann Johann Höndgesberg vom Griesberg (Kieselhöhe) kurz nach 1800, als er von einem französischen Wachsoldaten bei einer Lieferung zum Markt in Köln kontrolliert wurde. Johann Wilhelm (Willy) Vierkötter, geboren 1841 in Steinhauerhäuschen bei Kreuznaaf schrieb 1913 einen Leserbrief an das „Kölner Tageblatt“, in dem er berichtete , dass er auf einer Geburtstagsfeier 1877 im Kölner Brauerei Lölgen seinen Gästen anstatt des angekündigten halben Hähnchen Roggenbrötchen mit Käse servieren ließ und von da aus der Halve Hahn zur kulinarischen Tradition Kölns wurde. Der 2017 verstorbene Heimatkundler Johann Heinrich Kliesen hat in seinem Artikel „Witzbold aus Kreuznaaf erfand 1877 den berühmten Kölschen Halven Hahn“ die Geschichte aufbereitet und 2001 in den Lohmarer Heimatblättern festgehalten.
Information
Dokument
Quellenangabe
Lohmarer Heimatblätter Nr.15 - 2001 - S. 118 -119
Wikipedia
Kölner Stadtanzeiger vom 31.10.2026
Fotoarchiv Röger
Autor(en)
Johannes Heinrich Kliesen| Zuletzt angesehen: | 02.11.2026, 10:51 |
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Zugehöriger Ort
Steinhauershäuschen bei Kreuznaaf,
an der Naafmündung zwischen der alten Aggertalstraße und der heuti-gen B 484 gelegen:
Wie aus einem Schriftwechsel zwischen dem Wahlscheider Pfarrer Lungstras und dem Lohmarer Bürgermeister Busbach aus dem Jahre 1847 ersichtlich ist, ist Steinhauershäuschen mit Vicksoder Vixhäuschen identisch.
Als Namensbelege finden wir außer dem o. g. Schriftwechsel Steinhauershaus auf der Karte von Zimmermann aus dem Jahre 1807, Steinhauershäuschen auf der Tranchot-Karte von 1817 und auf der Hartmann-Karte von 1845 Vickshäuschen.
Die Siedlung ist wahrscheinlich jüngeren Datums und nach einem Steinhauer, der in den naheliegenden Steinbrüchen beschäftigt war, benannt worden.
1829 wohnten hier 6 Personen an 1 Feuerstelle, 1840 8 Personen an 3 Feuerstellen. 1851 wurden sogar 27 Einwohner gezählt, und 1872 lebten 17 Personen in 4 Häusern und 6 Haushaltungen55. Der Siedlungsname ist heute offiziell verschwunden. Die Bewohner zählen zu Kreuznaaf.
Quelle: Siedlungs und Heimatgeschichte der Gemeinde Lohmar von Stud.-Direktor Wilhelm Pape











