Haus Inden - „Schmeddemüllersch“ - im historischen Oberdorf
Peter Kemmerich (Jahrgang 1894) berichtet in seinem Buch „Meine Heimatgemeinde Lohmar um und nach 1900“, dass unterhalb der Kieselhöhe, wo der Mühlenweg in die Rathausstraße mündet, am Auelsbach das „Schmeddemüllersch“ Haus stand. In dem Lohmarer Nachbarschaftsbuch von 1767 wird ein „Schmitterhof“ genannt, wahrscheinlich die erste Dorfschmiede Lohmars. Mit der Historie des Fachwerkhauses setzt sich Johannes Heinrich Kliesen in einem Artikel für die Lohmarer Heimatblätter ausführlich auseinander (siehe Dokument).
In dem Haus wohnte „das Wiesemölleche“. Seine Tätigkeit bestand u. a. in Mauerflickarbeiten und Kalkanstrichen von Fachwerkhäusern. Sein Sohn Johann Müller entwickelte aus dieser Tätigkeit des Vaters heraus ein Baugeschäft. Er hatte mit seiner Frau Therese, geb. Dellweg, elf Kinder, wovon zwei schon im Kleinkindalter gestorben sind. Von den sieben Söhnen sind drei im 2. Weltkrieg gefallen und der zweitjüngste der Söhne ist kurz nach dem Krieg durch einen Sturz vom Gerüst gestorben. Nachdem Johann 1959 verstarb, führte der älteste Sohn Jean das Baugeschäft. Jean kam 1963 bei einem Autounfall ums Leben. Im Jahr 2021 lebt nur noch Elisabeth Klein (Jahrgang 1924), das zweitjüngste der Müller Kinder. Nach dem Tod von Jean Müller übernahm Walter Inden, der die jüngste Tochter Thea geheiratet hatte, die Baufirma und führte sie als Inden Bau KG weiter.
Das Anwesen ist inzwischen an einen Bauinvestor verkauft worden. Der aufgestellte Bauzaun vor dem „Schmeddemüllersch“ Haus lässt darauf schließen, dass hier Baumaßnahmen beabsichtigt sind. In unmittelbarer Nachbarschaft ist 2021 am Mühlenweg mit großzügiger Genehmigung der Stadt Lohmar ein moderner großer Neubau errichtet worden, der ortsspezifische Strukturen unberücksichtigt lässt und ein sensibles Einfügen vermissen lässt. Die Immobilien liegen in einem Bereich, den der am 23. Sept. 2015 vom Stadtrat beschlossene Denkmalpflegeplan als erhaltenswerten historischen Ortsbereich ausweist.
Information
Dokument
Quellenangabe
Lohmarer Heimatblätter, 14 S. 11 - 12, 77
Peter Kemmerich, "Meine Heimatgemeinde Lohmar um und nach 1900", 1976
Fotoarchiv und Informationen Martina Furk und Elisabeth Klein
Archiv Heimatverein Lohmar
Autor(en)
Wolfgang Röger| Zuletzt angesehen: | 18.07.2026, 04:18 |
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Querverweise
Zugehörige Bilder
Die Fotografie der 1920er Jahre zeigt das angeschnittene Fachwerkhaus am Griesberg, Mühlenweg (Ecke Mühlen- bzw. Auelsbach), das Gebiet zwischen der unteren Buchbitze und der Kieselhöhe, direkt im Anschluss an der Lohmarer Mühle. Beim Haus in der Mitte, kurz vor dem Grundstück des ehemaligen Schmitthofs, handelt es sich um das Fachwerkgebäude der Eheleute Katharina und Wilhelm Kurtsiefer (heute Fam. Samorey), Mühlenweg 40. Der Mühlenweg, der über die Brücke des Mühlenbachs (Auelsbach) führt, ist noch nicht befestigt. Der Bach fließt noch das letzte Stück in der offenen Vorflut ehe er in der Verrohrung der Bachstraße verschwindet.
Das Haus "Dunkels Eck" (Ecke Bachstraße/Mittelstraße - heute Rathausstraße) ist ein Jugendstilbau aus der Zeit 1919/20. Hier wohnten damals Paterre die Familie von Jakob Dunkel (einer der vier Dunkel-Brüder, die das Tiefbauunternehmen Dunkel betrieben). Seine Frau Else betrieb hier einen Lebensmittelladen. Die Ladeneinganstür ist erhalten geblieben. In dem Haus wohnte auch Katharina Dunkel geb. Schmidt, die Stiefmutter von Jakob und im Dachgeschoss Paul Hartmann mit Familie.
Die Verkehrsführung an der sog. „Dunkels Eck“ ist 2010 umgestaltet worden. Die Anbauten an das Haus, die als Bürogebäude der Tiefbaufirma genutzt worden waren, wurden abgerissen. Zuvor war das Anwesen an die Firma Wohnbau Schulte GmbH verkauft worden. Nach deren Bauplänen sollte der Bereich umgestaltet werden mit einer Mischnutzung aus Gewerbe und Wohnen. Das entsprechende Bebauungsplanverfahren stellte die Stadt Lohmar 2009 ein, da das Projekt wegen der Insolvenz der Wohbaufirma nicht mehr weiter verfolgt wurde. Heute steht das Haus mit mehreren Mietwohnungen in neuem Eigentum.























