Gedenkstein mit der Silberplakette „Unser Dorf hat Zukunft“ am Eingang von Neuhonrath errichtet
Die Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel hat am Montag, 05. Januar 2026 einen besonderen Moment gefeiert: Am Ortseingang von Neuhonrath wurde ein eindrucksvoller Grauwacke Gedenkstein mit der Silberplakette aus dem Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ aufgestellt. Damit ist die Auszeichnung nun buchstäblich „in Stein gemeißelt“ und für alle sichtbar, die den Ort über die Aggerbrücke aus Richtung Bachermühle erreichen.
Der rund 500 Kilogramm schwere Stein aus Bergischer Grauwacke stammt aus Lindlar und ist etwa 350 Millionen Jahre alt. Seine Maße – 135 cm Höhe, 60 cm Breite und 22 cm Tiefe – sowie die eingeschlossenen fossilen Seelilien machen ihn zu einem besonderen Zeugnis regionaler Erdgeschichte. Gefertigt und gesetzt wurde der Stein von Steinmetz und Bildhauer Markus Weisheit aus Siegburg.
Die Dorfgemeinschaft sprach ein herzliches Dankeschön an alle aus, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Allen voran galt der Dank Cäcilia Obermierbach, die den Stein großzügig zu ihrem 70. Geburtstag dem Dorf spendierte. Als sie den Stein enthüllen durfte, war sie sich sicher: „Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk, dass ich mir selbst bereiten konnte.“ Ebenso dankte die Dorfgemeinschaft Markus Weisheit, der mit großem Einsatz ehrenamtlich den Stein besorgt und hergerichtet hat sowie für den Transport, die Positionierung und die fachgerechte Aufstellung sorgte. Auch das Planungsteam der Dorfgemeinschaft hat tatkräftig mit angepackt und den Gedenkstein feierlich willkommen geheißen.
Der besondere Stein wurde zwischen dem Eichenbaum und dem Eichenscheiben-Denkmal („Stammbaum von Neuhonrath“) platziert und begrüßt nun alle Passanten und Besucher am Ortseingang. Die Eichenscheibe stammt aus der historischen Stieleiche, die am Ortseingang zwischen Neuhonrath und Honsbach stand. Die Stieleiche aus dem 18. Jahrhundert prägte über Generationen das Ortsbild. Wegen starker Schäden und Altersschwäche musste der Baum im Januar 2022 gefällt werden. Der neue Gedenkstein steht nicht nur für den Erfolg im Wettbewerb, sondern auch für das starke Gemeinschaftsgefühl und das Engagement der Menschen in Neuhonrath und Auel, mit dem sie sich sowohl für die Geschichte als auch die Gegenwart und Zukunft ihres Heimatortes einsetzen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – ein Stück Dorfgeschichte, das hoffentlich viele Jahre überdauern und zu weiteren Gemeinschaftsaktionen anspornen wird.
Information
Quellenangabe
Pressemitteilung Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel vom 07.01.2026
Autor(en)
Ulrike Clever| Zuletzt angesehen: | 09.09.2026, 21:46 |
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Zugehöriger Ort
Neuhonrath liegt links der Agger im Norden der Stadt Lohmar. Sofort sehen wir am sanft ansteigenden Hang des Höhenrückens zwischen Naaf und Agger die Pfarrkirche von Neuhonrath. Mit der Zeit der Reformation beginnt die Entstehung Neuhonraths:
Nach Delvos war Honrath noch bis 1612 katholisch. Vom Kloster Gräfrath war Andreas Gummersbach als Pfarrer präsentiert worden, der aber ein ausschweifendes Leben führte und vom Glauben abfiel. Sein Nachfolger soll ein Prediger namens Peter Lemmer gewesen sein, der eine Zeitlang auf „ Pfaffenmütze“ sitzen mußte. Währenddessen präsentierte das Kloster Gräfrath als Pfarrer Prätorius von Bensberg, der aber nach der Rückkehr Lemmers von diesem verdrängt wurde. Als schließlich das Kloster nochmals einen katholischen Geistlichen vorschlagen wollte, bestimmte die Regierung, daß ein Notar die ältesten Leute der Gemeinde befragen sollte. Diese sagten aus, daß Zeit ihres Lebens das lutherische Religions-Exercitium eingeführt gewesen sei. Damit war die Pfarrei Honrath endgültig protestantisch geworden.
Die Katholiken von Honrath und Wahlscheid blieben bis 1710 eine hirtenlose Schar. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene kath. Gottesdienste zu halten, stellte Maximillian Adam von Ley, Besitzer des Hauses Honsbach, einen Raum zur Verfügung, in dem nach der Erlaubnis des Kölber Erzbischofs Joseph Clemens zu Weihnachten 1710 zum ersten Male wieder das hl. Meßopfer gefeiert wurde. Die Seelsorge übernahmen die Minoriten aus Seligenthal. Da die Kapelle aber bald zu klein war, stellte Johannes Kaspar von Proff seine Hauskapelle zu Haus Auel zur Verfügung. Diese wurde bis zum 21.9.1738 von den Katholiken benutzt. Doch auch sie wurde bald zu klein. Unterstützt von den Herrn von Ley und von Proff, mittels Kollekten im Herzogtum Berg und im Erzstifte Bonn, ferner durch eine Schenkung des Grundstücks von Wilhelm Balthasar Meyer zu Weeg, konnte am 23.7.1732 der Grundstein zur Pfarrkirche von Neuhonrath „obig dem untersten bacher hoff“ gelegt werden. Sie wurde am 21.9.1738 vom Lohmarer Pastor Delhaes mit erzbischöflicher Erlaubnis benediziert. Franz von Ley berichtete in einem Brief an seinen Vater über die Feierlichkeiten. Die neue Pfarrkirche wurde der Jungfrau Maria geweiht. Bald sammelten sich um diese Kirche Katholiken aus Honrath und Wahlscheid, so daß eine neue Siedlung entstand.
Auf der Wiebeking-Karte von 1790 finden wir die Schreibweise Neu-Hohnrath und auf der Tranchot-Karte von 1817 Neu-Honerath.
1858 zählte Neuhonrath 40, 1864 37 Bewohner. 1871 wohnten noch 31 Personen in 5 Häusern, 1875 wurden nur noch 17 Einwohner in 4 Gebäuden gezählt.
Quelle: Siedlungs und Heimatgeschichte der Gemeinde Lohmar von Stud.-Direktor Wilhelm Pape








