St. Mariä Himmelfahrt, Neuhonrath - Restaurierung 1969
Die Katholische Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Neuhonrath, am Sonntag, dem 21. September 1738 benediziert, hatte im September 2013 das 275-jährige Jubiläum ihres Bestehens und der Einweihung ihrer Kirche gefeiert. Die neu errichtete Pfarrkirche Neuhonrath war für die verbleibenden Katholiken in den Kirchengemeinden Honrath und Wahlscheid errichtet worden, nachdem die Pfarrei im 16. Jahrhundert während der Reformation zum evangelischen Bekenntnis übergegangen war.
Die beiden Fotografien zeigen die Kirche, einen schlichten Saalbau mit fünf stehenden, rechteckigen Fensterpaaren und dreiseitigem Schluss. Die Halle und der Altarraum sind 1969 restauriert worden. Der Schöffenstuhl des Schultheißen Wimar Ley, Honsbach aus dem Jahr 1641, die Monstranz mit Medaillen von 1735 und der Kelch mit Deckel (Herkunft nicht bekannt) sind die ältesten„Pertinenzstücke“ der Kirche (Ausstattungsstücke sind: Kunstwerke, Orgel, Altäre, Kanzel, Bilder, Turmuhr, Glocken wie auch Urkunden und Schriften, etc.).
Information
Quellenangabe
Lohmar in alten Zeiten Bd. 3 S. 177
Autor(en)
Lothar Faßbender| Zuletzt angesehen: | 17.01.2026, 22:36 |
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Querverweise
Zugehörige Bilder
Im Jahre des 200-jährigen Kirchenjubiläums wurde diese Aufnahme gemacht. Es hält die wesentlichen baulichen Merkmale der im Jahre 1738 erbauten Kirche fest. Die umfassende Renovierung fand in den 50er und 60er des letzten Jahrhunderts statt.
Zugehöriger Ort
Neuhonrath liegt links der Agger im Norden der Stadt Lohmar. Sofort sehen wir am sanft ansteigenden Hang des Höhenrückens zwischen Naaf und Agger die Pfarrkirche von Neuhonrath. Mit der Zeit der Reformation beginnt die Entstehung Neuhonraths:
Nach Delvos war Honrath noch bis 1612 katholisch. Vom Kloster Gräfrath war Andreas Gummersbach als Pfarrer präsentiert worden, der aber ein ausschweifendes Leben führte und vom Glauben abfiel. Sein Nachfolger soll ein Prediger namens Peter Lemmer gewesen sein, der eine Zeitlang auf „ Pfaffenmütze“ sitzen mußte. Währenddessen präsentierte das Kloster Gräfrath als Pfarrer Prätorius von Bensberg, der aber nach der Rückkehr Lemmers von diesem verdrängt wurde. Als schließlich das Kloster nochmals einen katholischen Geistlichen vorschlagen wollte, bestimmte die Regierung, daß ein Notar die ältesten Leute der Gemeinde befragen sollte. Diese sagten aus, daß Zeit ihres Lebens das lutherische Religions-Exercitium eingeführt gewesen sei. Damit war die Pfarrei Honrath endgültig protestantisch geworden.
Die Katholiken von Honrath und Wahlscheid blieben bis 1710 eine hirtenlose Schar. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene kath. Gottesdienste zu halten, stellte Maximillian Adam von Ley, Besitzer des Hauses Honsbach, einen Raum zur Verfügung, in dem nach der Erlaubnis des Kölber Erzbischofs Joseph Clemens zu Weihnachten 1710 zum ersten Male wieder das hl. Meßopfer gefeiert wurde. Die Seelsorge übernahmen die Minoriten aus Seligenthal. Da die Kapelle aber bald zu klein war, stellte Johannes Kaspar von Proff seine Hauskapelle zu Haus Auel zur Verfügung. Diese wurde bis zum 21.9.1738 von den Katholiken benutzt. Doch auch sie wurde bald zu klein. Unterstützt von den Herrn von Ley und von Proff, mittels Kollekten im Herzogtum Berg und im Erzstifte Bonn, ferner durch eine Schenkung des Grundstücks von Wilhelm Balthasar Meyer zu Weeg, konnte am 23.7.1732 der Grundstein zur Pfarrkirche von Neuhonrath „obig dem untersten bacher hoff“ gelegt werden. Sie wurde am 21.9.1738 vom Lohmarer Pastor Delhaes mit erzbischöflicher Erlaubnis benediziert. Franz von Ley berichtete in einem Brief an seinen Vater über die Feierlichkeiten. Die neue Pfarrkirche wurde der Jungfrau Maria geweiht. Bald sammelten sich um diese Kirche Katholiken aus Honrath und Wahlscheid, so daß eine neue Siedlung entstand.
Auf der Wiebeking-Karte von 1790 finden wir die Schreibweise Neu-Hohnrath und auf der Tranchot-Karte von 1817 Neu-Honerath.
1858 zählte Neuhonrath 40, 1864 37 Bewohner. 1871 wohnten noch 31 Personen in 5 Häusern, 1875 wurden nur noch 17 Einwohner in 4 Gebäuden gezählt.
Quelle: Siedlungs und Heimatgeschichte der Gemeinde Lohmar von Stud.-Direktor Wilhelm Pape





