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Stolperstein, Jüdische Familien aus Lohmar

Dokument  |  2009 - 2012
Grundstücke der Familie Hoffmann an der Bachstraße: Ausschnitt aus der Katasterkarte von 1901 (Landesarchiv Düsseldorf, Reg. Köln, Kataster K Gemarkung Lohmar)
Grundstücke der Familie Hoffmann an der Bachstraße: Ausschnitt aus der Katasterkarte von 1901 (Landesarchiv Düsseldorf, Reg. Köln, Kataster K Gemarkung Lohmar)
Oscar Hoffmann (Foto Erwin Bernauer)
Oscar Hoffmann (Foto Erwin Bernauer)
Siegburger Synagoge 1937
Siegburger Synagoge 1937

Auf Initiative des Lohmarer Fotokünstlers Herbert Döring-Spengler wurde 2009 der Stolperstein als Mahnmal gegen das Vergessen verlegt. Der Stolperstein liegt im Gehweg der Hauptstraße in Höhe des Hauses Nr. 105 in der Nähe des Kreisels Bachstr./Auelsweg. Stolpersteine sind kleine Messingwürfel, die in vielen Orten Europas ins Straßenpflaster eingelassen sind. Sie sind Gedenktafeln für die Opfer des Nationalsozialismus. Der Lohmarer Stolperstein fand viele Jahre kaum Beachtung im Gehwegpflaster, da er farblich sehr dunkel geworden war. Im Januar 2020 hat die Projektgruppe "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" des Lohmarer Gymnasiums die Patenschaft über den Stein übernommen und Ihn gereinigt.

Der Stein erinnert an den Juden Ernst Hoffmann, der dort wohnte. Das Haus ist heute abgerissen. 1844 hatte die Familie an der Bachstraße/Ecke Hauptstraße Grundbesitz erworben, vermutlich beiderseits des Auelsbachs. Die Parzellen sind in den Quellen nicht vollständig angegeben. Die Urgroßmutter Adelheid hatte hier einen Metzgerladen und einen Getreidehandel. Ernst Hoffmann war verheiratet. Über das Schicksal seiner Frau ist nichts bekannt. Sein Leidensweg führte von Lohmar nach Siegburg. Er flüchtete während des Krieges nach Holland, wurde hier verhaftet und ins Konzentrationslager nach Auschwitz gebracht und dort am 6.3.1944 getötet. Sein Sohn Oscar wurde 1942 nach Minsk deportiert und dort getötet. Von Holland schrieb er am 9.10.1942 an die ihm bekannte Familie Bernauer aus Troisdorf: „Daß ich von meinem lieben Oscar und der Mutter und den Geschwistern etc. nichts mehr gehört habe, ist an sich bei den bekannten Maßnahmen nichts Besonderes, dennoch ist dieses Ungewisse über das Schicksal meiner liebsten Menschen … so deprimierend, dass dies auf meiner Seele lähmend lastet …“

Die Stadtarchivarin Waltraud Rexhaus hat die Geschichte jüdischer Familien in Lohmar in einem lesenswerten Artikel der Lohmarer Heimatblätter (Dokument) festgehalten.

 

Information

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Quellenangabe

Lohmarer Heimatblätter 26 Seite 61 - 70

Lohmarer Heimatblätter 24 S.11

Meldung Stadt Lohmar vom 20.1.2020

Autor(en)

Waltraud Rexhaus, Wolfgang Röger
Zuletzt angesehen:24.09.2020, 12:58
Bisher angesehen:143 Mal

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