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Der Backeshof - Schwanenhof - in der Lohmarer Bachstraße

Dokument  |  1666 - 1958
Backeshof von der Bachstraße aus gesehen.
Backeshof von der Bachstraße aus gesehen.
Stallgebäude Backeshof.
Stallgebäude Backeshof.
Ausschnitt Urflurkarte. Die Vorgängerbauten des Backeshof auf den Parzellen 371 und 372.
Ausschnitt Urflurkarte. Die Vorgängerbauten des Backeshof auf den Parzellen 371 und 372.
Ehemaliger "Schwanenhof" im Jan. 2023
Ehemaliger "Schwanenhof" im Jan. 2023

Der Backeshof wird bereits 1666 in der Erbhuldigungsliste urkundlich erwähnt und lag in der Flur und Gewannebezeichnung „Backesgarten“. Sie gehörte neben dem Griesberg (heute Kieselhöhe), dem Vogtshof, dem Linden- und Schmitthof sowie der Mühle zum Oberdorf. Mitte des 19. Jahrhunderts teilte sich die Ortsbesiedlung in Lohmar in das Kirchdorf, das Unterdorf und das Oberdorf. Das Haus- und Hofgrundstück befand sich auf den Parzellen 372 und 371, heute Bachstraße 6.

Die Hofanlage ist ursprünglich ein landwirtschaftliches Anwesen des 17.-18. Jahrhunderts gewesen. 1836 erscheint urkundlich der Gastwirt Nikolaus Weingarten in Lohmar. Er ist in der Ur-Flurkarte von 1823 im Backesgarten als Eigentümer des Flurstücks 372 eingetragen. 1846 ist Johann Weingarten Wirt und Barriereempfänger, d.h. er hatte entweder von der Rheinprovinzialverwaltung oder der Gemeinde die Erlaubnis zur Chausseegelderhebung für die Finanzierung und Unterhaltung der neuen Straße von Beuel über Siegburg nach Overath (Chausseebau um 1845) erhalten. 1895 wurde der Hof mit Gaststube an Wilhelm Lehr verkauft. Er ließ keine Gelegenheit aus, weiteres Kulturland um seinen Hof und auch weiter abgelegene Gemarkungsteile zu kaufen. 1900 hatte er einen Besitz von 4 Hektar 24 AR und 52 Meter. Trotzdem reichten die Ackerlandflächen nicht aus für eine Vollbauernstelle. Wilhelm Lehr war nicht nur Ackerer, sondern auch Holzschneider und Fährmann an der Agger. Er verstarb 1906.
In der Küche des Fachwerkwohnhauses wurde später die Idee zum Bau des Hotels und Restaurants „Schwanenhof“ geboren, das vom Lohmarer Architekt Siegfried Aust entworfen wurde. Wilhelms Sohn Anton, der den Hof übernommen hatte, ließ 1958 den „Schwanenhof“ bauen. Im Zusammenhang mit diesem Neubau und der Bebauung der Anliegerstraße „Im Backesgarten“ wurden die alten Fachwerkgebäude abgerissen. Der „Schwanenhof“ wurde als Hotel und Gaststätte bis 2020 betrieben und danach endgültig geschlossen.

Die Geschichte um den Backeshof hat Lothar Faßbender ausführlich in einem Beitrag für die Lohmarer Heimatblätter beschrieben, siehe Dokument. Er bietet interessante Erkenntnisse über die ersten Siedlungsansätze des Areals wischen der heutigen Rathausstraße, Bachstraße, Poststraße und Hauptstraße. Es wird deutlich, dass die historische Kulturlandschaft mit dem vorherrschenden kleinbäuerlichen Landbesitz, wie auch anderswo im Dorf, relativ schnell zerstört worden ist.

 

Information

Dokument

Quellenangabe

Lohmarer Heimatblätter, Nr. 24, S. 100 - 109

Autor(en)

Lothar Faßbender
Zuletzt angesehen:13.07.2024, 05:20
Bisher angesehen:724 mal

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Zugehörige Bilder

Foto
Haus Lehr im Backesgarten
Foto
Bachstraße um 1900

Zugehörige Begebenheiten

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